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Re: 75 Jahre "Peanuts": Charlie Browns Zukunft bis 2030 gesichert
Die Bände der Gesamtausgabe enthalten neben den jeweiligen Peanuts-Comics des im Titel genannten Zeitabschnitts und einem ausführlichen Glossar (mit erläuternden Infos zu einzelnen Comic Strips) noch zusätzliche Texte (etwa Würdigungen von prominenten Peanuts-Fans), aber auch Biographisches zu Schulz.
In Band 1 ist eine längere Biographie von David Michaelis enthalten (S. 290 - 303): "Charles M. Schulz: Sein Leben und Werk". Darin heißt es u.a.: "... Für die nächsten drei Jahrzehnte zeichnete Schulz mit einer Krähenfeder und Tusche Tag für Tag. Er arbeitete stets alleine, ohne ein Team von Assistenten. Für einen von Selbstzweifeln geplagten Perfektionisten - Schulz bezeichnete sich selbst als fanatisch - ist der Comic Strip das ideale Medium: Der Grad der Beziehung des Comic-Künstlers zur Außenwelt ist selbst bestimmt. Er kann aufstehen, arbeiten, seine täglichen Panels zeichnen und abends mit dem Gefühl ins Bett gehen, sein Werk getan zu haben. ... er hasste es, sein Heim und seine tägliche Routine zu verlassen ... "Ich kenne den Sinn des Lebens nicht, "sagte er mal. "Ich weiß nicht, warum wir hier sind. Ich finde, das Leben ist voller Sorgen, Ängste und Tränen. ... Ich möchte nicht derjenige sein, der jemand anderem zu erklären versucht, worum es im Leben geht. Für mich ist das ein völliges Rätsel." ... Charles M. Schulz wurde der bestbezahlte, einflussreichste Comic-Zeichner aller Zeiten. ... Der Zeichner selbst verdiente zwischen 30 und 40 Millionen Dollar im Jahr. Er zeichnete weiter wie immer - am Ende waren es 17.897 Strips. ... Ein Teil seiner morgendlichen Routine bestand darin, einen englischen Muffin mit Traubenmarmelade zu verspeisen und aus einem Styroporbecher Kaffee zu trinken, sich dann an seinen Zeichentisch zu setzen, an den langen, weißen Strathmore-Karton mit den 13 mal 13 cm großen Panels, in die er den täglichen Strip zeichnete. ... "Die Leute fragen: 'Wo haben Sie nur Ihre Ideen her?' ", meinte er einmal, "weil sie mich ansehen und denken, dieser Mann kann sich doch niemals irgendetwas Lustiges ausdenken." ... Er fürchtete sich davor, ein Gefangener seines Erfolges zu werden, vielleicht, weil das bedeutet hätte, die Kontrolle zu verlieren. ... In den 80ern und 90ern wuchs sein Vermögen enorm. ... An seinem Zeichentisch in seinem Studio am One-Snoopy-Place in Santa Rosa zeichnete er mit den gleichen alten Stiften, den gleichen alten Federn. ... Beruflich war Schulz stolz auf seine Errungenschaften. Aber Stolz auf die eigene Leistung kann nicht automatisch die Jahre ungeschehen machen, in denen er vergeblich versucht hatte, so etwas wie Stolz auf sich selbst zu entwickeln, und bis zum Schluss kämpfte Schulz mit der Einsicht, dass er tatsächlich den Respekt und die Liebe seiner Bewunderer wert war. ... Im November 1999, nachdem er wegen eines Schlaganfalls ins Krankenhaus eingeliefert worden war, stellten die Ärzte fest, dass Darmkrebs Metastasen in seinem Magen gebildet hatte. Er unterzog sich einer Operation ... , doch der Anfall und die Operation nahmen Schulz den Willen, weiter zu zeichnen. Er konnte nicht mehr deutlich sehen und nicht lesen. ... Am 14. Dezember 1999 gab Schulz im Alter von 77 Jahren seinen Ruhestand bekannt. "Ich dachte immer, dass ich den Strip würde fortführen können, bis ich Anfang 80 bin oder in der Nähe. Und auf einmal ist er fort. Er wurde mir weggenommen. Das war nicht meine Entscheidung", betonte er. ... Am 12. Februar 2000 ... ging er kurz nach neun ins Bett und deckte sich zu. Um 21:45 Uhr, nur wenige Stunden, nachdem der letzte Peanuts-Strip in den Sonntagszeitungen rund um den Globus erschienen war, starb Charles Schulz - sein Leben war bis zum Schluss mit seiner Kunst verbunden. Als er schließlich kein Comic-Zeichner mehr sein konnte, konnte er gar nicht mehr sein." In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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