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Exklusiv aus Bernds Tagebuch...
Liebes Tagebuch der Hölle!
21. Januar: Leben ist die Hölle. Wurde entführt. Mist.
22. Januar: Leben ist die Hölle. Bin immer noch entführt. Aber das ist egal. Ist sogar weniger schlimm. Endlich raus aus dem Fernsehen, was Mist ist. Also das Fernsehen. Dieses „links raus, rechts rein“-Spiel hat mich mürbe gemacht. Hatte jeden Tag Laibschmerzen. Wollt mich schon immer mal verkrümeln.
23. Surfe im Internet. Schwierig, meine Arme sind einfach zu kurz. Viele Leute wollen mich anscheinend zurück ins Fernsehen holen. Haben Angst vor brotloser Kunst. Das ist doch Mist. Wenn das Volk kein Brot hat, soll es eben Kuchen zuschauen. Bin von ganz anderem Schrot und Korn.
24. Januar: Lese in „Die Wüste und du“. Ohne Angst, denn hier gibt es gar keinen Amboss, der meinen Namen trägt. Und die Entführer? Habe das Gefühl, die kriegen das alles nicht gebacken.
25. Januar: Es gibt Mehlsuppe. Schlimmerschlimm. Bin kurz davor, zu gehen. Aber draußen ist ja auch Mist. Einer von den Hausbesetzern nennt mich Dreipfundskerl. Doch gar nicht so schlimm hier. Hat ‘ne harte Kruste, aber einen weichern Kern. Wie ich.
26. Januar: Vermisse die graue Raufasertapete. Hier ist alles bunt. Mist. Aber besser als im Fernsehen oder in Erfurt. Da kamen manchmal Leute mit eisgekühltem Bommerlunder, Schinken und Ei. Da fängt man schon an zu mehlschwitzen.
27. Januar: Vermisse Chili und Briegel. Und meine Videos. Hier gibt’s noch nicht mal Fernsehen. Mist.
28. Januar: Videoabend. Hab’ meine Entführer rumgekriegt. Die haben jetzt einen Fernseher besorgt. Schauen Eisenbahnstrecken. Mag Duisburg - Essen.
29. Januar: War immer ein Eigenbrötler. Weil die Welt Mist ist. Aber leben ist doch keine Hölle. Lieber Brot als tot.
Erst dachte ich, jedes Abendbrot könnte mein letztes sein. Aber hier gibt es kein Kastendenken. Kein Schwarz- oder Weißbrot. Wir sind wie eine große Broteinheit. Das ist gar nicht Mist.
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