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Re: Black-Penny gestorben
So wurde heute kein Interview mehr geführt werden - respektlos, leicht verächtlich und von gegenseitiger Nonchalance getragen, wahlweise kaltschnäuzig oder herablassend. Wolfgang Korruhn war ein Meister darin Politiker ebenso elegant wie arrogant vorzuführen und ihnen durch aufdringliche Nähe ordentlich auf die Pelle zu rücken. Trotz mancher Frechheiten wirkte er nicht unsympathisch und vermochte es mit bewusst gewählten Floskeln und Fragen Politiker aufs Glatteis zu führen und mit kunstvoll geführtem Florett in intimer Umarmung zu erdolchen. Joschka Fischer ist im folgenden Video rauhbeinig, patzig, und ein wenig miesepetrig wie zu jenen Zeiten fast immer und fand in Korruhn einen charmant-hartnäckigen Widerpart. Am Ende stimmte die Chemie dann doch.
Leute wie Korruhn finden im weichgespülten Formatfernsehen nicht mehr statt, und kommt mir bloß nicht mit der Heute-Show. Das ist doch nur alberne Comedy ohne den Anspruch Zeichen zu setzen. Modrow fragte er in ZAK allen Ernstes ob er darüber nachgedacht habe Selbstmord zu begehen, und ob man nicht ein Trottel sei, wenn man von den Umtrieben der Stasi nichts gemerkt hat. Heute rümpft man bei vielem die Nase, aber irgendwie konnte ihm keiner böse sein, sein senderseitiger Auftrag bestand ja exakt darin Politiker vom hohen Ross zu holen und vom Rumeiern abzuhalten. Wenn Koruhn jemanden mochte konnte er aber nicht nur schonungslos direkt sondern auch richtig nett sein. Aus gegebenem Anlass: Korruhn zu Adorf: "Man sagt doch Männer, die ohne Vater aufwachsen werden schwul". [youtu.be] 3-mal bearbeitet. Zuletzt am 10.04.26 04:31.
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