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Re: Verstörende Filme
Für mich ist die Mutter aller Rape & Revenge Filme, "Ich spuck auf dein Grab" (I spit on your Grave) von 1978 immer noch der kontroverseste Exploitationstreifen, und die Vergewaltigungssequenz ist, je länger sie dauert, von Minute zu Minute schwerer zu ertragen. Das Remake mit Sarah Butler wurde um dieses Verbrechen erleichtert, verlor dadurch aber jede Rechtfertigung für die ausgefeilten und grausamst dargestellten Racheakte des Opfers, wodurch der Streifen erheblich an Brisanz einbüßte und nur die Brutalitätsgelüste der Zuschauer bedienen wollte.
In meinen Jugendjahren empfand ich die beiden Hexenfilme von Adrian Hoven als starken Tobak, die noch im Sonntag Nachmittags-Matinee bei uns im Kino liefen. "Hexen bis aufs Blut gequält" und "Hexen geschändet und zu Tode gequält" stellen eigentlich nur deutsch-englische Abfallprodukte dar, die auf der Erfolgswelle des Vincent Price-Historienschockers "Witchfinder General" mitdümpelten, aber Stars wie Udo Kier, Ingeborg Schöner, Adrian Hoven, Herbert Lom sorgten für volle Kinokassen ebenso, wie die dargestellten Grausamkeiten. Das Ganze war ziemlich verstörend. In der Bundeswehrzeit schließlich gab es den Film "Jack the Ripper" mit Klaus Kinski, den ich als schwer verdaulich empfand, und - wider besseres Wissen - der Film "Die 120 Tage von Sodom", der zwar seine Längen hat, aber mir erstmals die ganze Grausamkeit des Faschismus vor Augen führte, die Dekadenz, die Herrenmenschen-Fantasien der Machthaber und die Hilflosigkeit der Opfer. Auch wenn es schwerfiel, ich hab im Kino durchgehalten, aber mit einem sehr unangenehmen Gefühl in der Magengrube das Kino später verlassen. Von neueren Filmen verstört mich eigentlich keiner - es geht überwiegend nur darum, die Lust des Publikums an der Brutalität zu befriedigen. Das Publikum lechzt nach immer neuen Grausamkeiten und ausgefeiltesten Methoden, Menschen Schmerzen zu bereiten, und das Publikum bekommt, was es verlangt. Das ist nicht kontrovers, das ist auch nicht beeindrucken, es stumpft ab. Hat man einen Film wie "Saw" gesehen, dann hat man sie alle gesehen. Hat man ein filmisches Blutbad wie "Terrifier" gesehen, kann es kaum noch schlimmer kommen. Zumindest meint man das. Aber irgendwann sitzt doch wieder ein Mensch auf dem Regiestuhl, dem noch viel ausgefeiltere Grausamkeiten und verstörendere Plots einfallen. Das lässt sich wohl nicht verhindern. Auch das ist die "Bestie Mensch". Der Lonewolf Pete In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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