Ich finde, ein Kommentar im Newsletter der Schweizer Zeitung "Handelszeitung" von heute trifft es sehr gut, wie (wenig) zum Beispiel die Schweiz handelt. Bei Grippe-Kranken unter 60 werden gar keine Tests mehr durchgeführt, ob die Personen am Coronavirus erkrankt sind. Alle Statistiken sind dadurch pure Schönfärberei. Den Gipfel der Frechheit finde ich aber die Tatsache, dass die Schweiz diese Woche die Reisewarnung nach Norditalien AUFGEHOBEN hat! Klar, so müssen die Versicherungen nichts zahlen. Und dann wundert man sich, dass die Bevölkerung völlig verunsichert ist.
Corona 3: Die Schweiz mutet der Bevölkerung viel zu
Ich weiss nicht, wie es Ihnen geht, aber ich bin mit dem Schweizer Krisenmanagement der Corona-Epidemie gar nicht happy. Wenn ich vergleiche, was andere Länder tun, bekomme ich den Eindruck, die offizielle Schweiz hätte den Kampf gegen die Seuche aufgegeben. Entschlossenheit im Bevölkerungsschutz sieht für mich jedenfalls anders aus.
Sie haben eine nette kleine Frühlingsreise in die Toscana gebucht? Pech gehabt! Unser EDA hat es aufgegeben, Reisewarnungen für einzelne Länder zu formulieren. Damit entbindet das Aussenministerium die Versicherungswirtschaft von jeglicher Pflicht, für den Ihnen entstandenen Schaden aufzukommen.
Sie befürchten, das Virus aufgelesen zu haben? Dumm gelaufen, findet das BAG. Aber gehen Sie bloss nicht zum Arzt oder in ein Spital, denn die sind schon am Anschlag. Mit ein bisschen Corona werden Sie wohl noch selbst zurecht kommen, oder?
Könnte es sein, dass die Schweiz der Bevölkerung etwas gar viel zumutet? Und könnte es sein, dass die Behörden die Ängste der Leute, zum Beispiel im Tessin, zu sehr auf die leichte Schulter nehmen? Ihre Meinung würde mich sehr interessieren. Für mich ist klar: Wenn sich mein Arbeitgeber mehr um Seuchenprävention kümmert als meine Regierung, ist etwas nicht richtig.