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Re: Rückblick DVD Jahr 2008 - Was war für Euch Top oder Flop?
Stahlnetz schrieb:
------------------------------------------------------- > ... > So habe ich etwa bei "Percy Stuart" zwar den > Ohrwurm von Titelmelodie begeistert genossen wie > früher, ebenso die zänkischen Scharmützel im > Club mit Mr. Pommeroy & Co, doch wenn es an die > gestellten Aufgaben ging und die unvermeidlichen > Actionszenen begannen, hätte ich am liebsten > ausgeschaltet; da rettete auch der eine oder > andere gelungene Gag zwischen Stuart und Prewster > die Folgen nicht mehr. ´Ein Mann, der alles > kann`, läuft plötzlich trottelig in (fast) jede > offensichtliche Falle oder stolpert immer wieder > über seine eigenen Füße, um einmal mehr eines > über den Schädel zu bekommen, was dann nach > neuer "Action" verlangt, damit die 25 Minuten > Sendezeit "spannend" gefüllt werden können. Als > Schüler in jenen Tagen konnte mich dieses simple > Groschenheft-Format wohl noch begeistern, 40 harte > Lebensjahre später reicht es hingegen kaum noch > zu einem müden Lächeln. Aber "Stahlnetz" - jetzt bin ich es, der diese Kritik relativieren muss. :-) Natürlich halten Serien wie "John Kling", "Percy Stuart" oder ähnliche heutigen Standards in vielerlei Hinsicht nicht mehr stand. Claus Wilcke erzählt in seinem Interview auf der DVD-Box z.B., dass sie damals zumeist mit nur einer Kamera gedreht haben. Folge: ein vom Schauspieler korrekt ausgeführter "Schlag" in einer Keilerei ist oft deutlich als "Schlag ins Leere" erkennbar. Ich denke, heute wird mit mehreren Kameras gleichzeitig gefilmt und hinterher abgewogen, welche Perspektive die realistischste Illusion einer "Schlägerei" erzeugt. Hinzu kommen Begriffe wie "Santa Sombrero", Panaguay, Pommeroy und Winterbottom, Butler James, "Cambridge ist besser!" usw., die Internationalität bzw. Weltläufigkeit dem damals noch längst nicht so weit gereisten und nicht Internet-gebildeten Publikum vorgaukeln sollten. Dann das aus heutiger Sicht überholte Rollenverhalten der Geschlechter: junge, hübsche Frauen sind meist wehrlos gegen die Ganoven und Ungeheuer der bösen Welt und müssen von den Helden beschützt/befreit werden. Ältere Frauen hingegen gehören oft selber zur Gangsterwelt ... Usw., usw. Das alles weiß ich doch vorher. Damit rechne ich, das erwarte ich sogar, wenn ich mir solch alte Schinken angucke! Das ist für mich Teil des Amusements. Für den Grimme-Preis würde ich diese Serien heute alle nicht vorschlagen. Aber sie führen mich zurück in eine Welt, die es mal - auch für mich - gab. Und genau das ist der EINZIGARTIGE Reiz. Das alles gilt genauso für Bonanza und Co., für Raumpatrouille und Enterprise, für Lassie und Rin Tin Tin, für Edgar Wallace und Winnetou, für die Adventsmehrteiler, für so gut wie alle Quizze und Shows von damals usw. Nicht vergessen werden darf dabei, dass manche alten Serien/Sendungen bei aller Rückständigkeit in Sachen Technik und/oder Drehbuch zuweilen dennoch Stärken enthalten, von denen manch heutiges Machwerk sehr wohl immer noch profitieren könnte. Als Beispiel dafür mag etwa bei den Adventsmehrteilern die ausgefeilte Darstellung der Charaktere, der Stimmungen, der Landschaften dienen - etwas, was bei aktuellen, auf grelle Effekte zielenden Produktionen komplett den Bach runtergeht. Ich sehe nur wenige Serien/Sendungen der frühen TV-Jahre, die über ihren nostalgischen Reiz hinaus auch heute noch, weil zeitlos gut, bestehen können, die ich auch heutigen Kindern und Jugendlichen ans Herz legen würde. Mir fallen da ein: Mit Schirm, Charme und Melone, Augsburger Puppenkiste, Ein Herz und eine Seele, Die Unverbesserlichen, die Kempowski-Verfilmungen, Rote Erde, Teufelsmoor, Bomben, Bonzen und Bomben, natürlich Loriot, ... Aber das sind Ausnahmen. Ich denke, wer mit heutigen Seherwartungen und Wertmaßstäben an die alten Serien herangeht, der wird den ihnen innewohnenden nostalgischen Zauber nicht entdecken können. In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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