Stimmt!
Buecher fuer 7,80 DM konnte ich mir in den 60er und fruehen 70er Jahren nie leisten.
Ich ging leidenschaftlich gern ins Kino, liess dafuer zweimal in der Woche den Nachmittagssport ausfallen.
Zudem erhielt ich viel weniger Taschengeld als meine Klassenkameradinnen auf dem Gymnasium, das reichte kaum fuer BRAVO, Kinokarten (verbilligt dank Schuelerausweis) und die gelegentliche Tafel Sprengel Vollmilch.
Mein Taschengeld wurde auch nie erhoeht, obwohl ich meinen Eltern (die keineswegs unter Geldmangel litten!) Jahr fuer Jahr die neu angepasste Taschengeldliste aus der BRAVO zeigte, aber das beeindruckte sie wenig.
Also bediente ich mich Woche fuer Woche gezwungenermassen von dem grossen Muenzenhaufen auf dem stummen Diener meines Vaters. Zwei oder drei Mark in der Woche wuerden nicht auffallen, dachte ich. Er mekrte es aber dennoch und reagierte mit sarkastischen Bemerkungen (statt endlich mein Taschengeld zu erhoehen).
Zum Glueck war ich als Erwachsene nie wieder dazu gezwungen, Geld zu stehlen.
Fernsehbuecher schenkten mir meine Eltern genausowenig wie Enid Blyton's spannende Buecher, die ich auf meinen Wunschzettel schrieb.
Das wurde von ihnen einfach uebersehen als nicht sonderlich anspruchsvolle Literatur (meine Eltern waren Intellektuelle).
Mir wurde stattdessen sterbenslangweiliger Kram wie "Nils Holgersson", Langerud Kinder, Der kleine Prinz, eine Mozart Biografie fuer Kinder und aehnliches auf den Gabentisch gelegt. :(
Die Fernsehbuecher von Engelbert sammelte ich mir erst ab 1975 auf Flohmaerkten zusammen, als ich einen Beamtenlehrgang besuchte und eine bescheidene Ausbildungsverguetung erhielt.
Gruss,
Chrissie
Kaschi schrieb:
-------------------------------------------------------
> Na ja, man darf aber dabei nicht vergessen, dass
> die Budgets der Kinder durchaus begrenzt waren,
> die TV-Bücher sich zudem harter Konkurrenz
> erwehren mussten - und es sehr wohl Überlegung
> kostete, wofür man das Geld auszugeben gedachte.
> Ich sag nur: Comics, diverse Reihen, die
> wöchentlich neu erschienen. Oder Lego. Oder
> Matchbox bzw. Siku. Oder Karl May. Oder
> Süßigkeiten. Oder Sportmagazine. Oder oder oder
> ...
>
> Es gab schon 'ne Menge, was das Kinderherz
> begehrte (die Beispiele aus wohl überwiegend
> Jungen-Sicht).