Pädagogische Absichten schimmern in nahezu jeder Folge von Lassie, Rin Tin Tin, Fury oder Flipper durch. Übrigens erstaunlich, dass die Serien TROTZDEM so beliebt waren. Eigentlich hören Kinder Vorträge über erwünschtes und unerwünschtes Verhalten nicht so gerne. Möglicherweise waren aber die weisen Botschaften durch die Abenteuer und die Liebe zu Tieren so geschickt verpackt, dass sie nicht allzu sehr nervten.
Aber wenn schon Pädagogik - wie stand es denn, und jetzt beschränke ich mich auf die US-Serien, die auch in den USA spielten - mit dem Rassismus bzw. Antirassismus?
Ich muss einschränkend vorab sagen, dass ich nach wie vor keinen Gesamtüberblick habe. Bei keiner der vier oben genannten Serien, auch wenn ich in allen vier Fällen nicht wenig Episoden gesehen habe - aber bislang eben nicht alle.
Mir ist aufgefallen, dass in keiner Folge, die ich gesehen habe, ein Schwarzer/eine Schwarze auftaucht. War das zu jenen Zeiten ein No-Go? Also ein so "heißes Eisen", dass man glaubte, es hat in Kinderserien nichts zu suchen, das gibt nichts als Ärger? Oder überschritt das gar die Grenzen von Toleranz, von Gerechtigkeit, von vorurteilsfreiem Handeln, die ansonsten so oft in diesen Serien beschworen wurden?
Die "Gypsies" etwa, bei uns damals noch abwertend "Zigeuner" genannt, tauchen z. B. bei Fury schon in der ersten Staffel auf (Folge 7) - und werden von Jim Newton und Co. in Schutz genommen. Desgleichen bei Lassie/Jeff, Folge 41: "Die Zigeuner"/"The Gypsies".
Aber Schwarze? Fehlanzeige?
Falls das so stimmt, macht es nochmal so richtig deutlich, wie ungewöhnlich, bahnbrechend eine Serie wie "Julia" 1968 mit Diahann Carroll als alleinerziehende schwarze Mutter in der Hauptrolle war.