Auch ich habe viel auf dem Land gelebt, bin 17 Mal umgezogen.
Von 2002 bis 2005 lebte ich 3,5 Jahre lang in der Wildnis von Maine beim Kennebec River.
Mein zweiter Ex-Mann hatte eine riesige Scheune, darin hielt er seine Stute, 4 der 5 Hunde (darunter ein Husky, den ich erst monatelang zähmen musste, weil er jeden biss) und barn cats. Zeitweise 12 Katzen.
Es war wunderschön, sehr idyllisch, die Ehe ging nicht gut, aber an die Tiere, um die ich mich kümmerte, denke ich heute noch jeden Tag. So etwas prägt.
Kein Wunder, dass mir Tierserien wie "Lassie", "Fury" und "Flipper" immer noch am Herzen liegen.
> Nein. So wie auf den Bildern ist es nicht und war
> es nicht. Aber auch das passt zu Lassie und Co.
> Zwar gibt es auch da Konflikte oder Probleme, aber
> diese werden am Schluss immer positiv gelöst,
> zumeist dank des Tieres, das Hilfe herbeiholt:
> "Lassie! Lassie! Was willst du uns sagen? Ist was
> mit Timmy?" Und so läuft es im wirklichen Leben
> leider nicht. Da gibt es Probleme, die eben nicht
> oder wenigstens nicht so schnell gelöst werden,
> manchmal sogar eskalieren.
>
> Ich habe meine Kindheit auf dem Land verbracht. Um
> genau zu sein: im Alter von 4 bis 15 Jahren in
> einem 400-Seelen-Dorf in der Nähe von Bremerhaven
> (1962 - 1973). Als Kind/Teenager bekam ich
> natürlich längst nicht alles mit, was bei den
> Erwachsenen so lief, aber einiges denn doch.
> Frisch geborene Ferkel, die irgendwelche
> Anforderungen nicht erfüllten, wurden sofort an
> die Stallwand geknallt. Es gab bei 2 oder 3
> Familien Verwahrlosung. Das Dorf bestand im Kern
> aus zwei Gruppen, die wenig miteinander zu tun
> haben wollten: die alteingesessenen Bauern und die
> Flüchtlinge, die sich zumeist im Hafen der Stadt
> verdingten. Bei Festivitäten gab es regelmäßig
> Kloppereien, wenn entsprechend Alk geflossen war.
> Ein Freund von mir ist ein paar Jahre später
> betrunken auf der Bundesstraße B71 zu Tode
> gekommen. Frauen hatten in der Dorfpolitik nichts
> zu melden.
>
> So weit meine Erinnerungen an die weniger schönen
> Dinge, die eben nicht so einfach per Haustierhilfe
> zu lösen waren. Andererseits gab es aber auch
> viel Positives - eben beides.
>
> Deshalb, finde ich, sind solche Bilder wie auch
> die Tierserien kitschig. Sie suggerieren eine
> Welt, die es so nicht gab oder gibt. Andererseits
> waren es im TV Kinderserien, die mit der manchmal
> harten Realität total überfrachtet worden
> wären. Deshalb spreche ich von Traumwelten, aber
> solchen, die uns, die wir inzwischen alle deutlich
> betagter sind, geprägt haben. Und solange wir
> Traum und Wirklichkeit unterscheiden können,
> dürfen wir träumen. Und diese Serien lieben!
>
> Hier zwei Bilder aus dem Künstlerdorf Worpswede
> (bei Bremen), die für mich besser zum
> tatsächlichen Landleben passen (Otto Modersohn
> und Karl Krummacher):
>
> [worpsweder-kunstdrucke.de]
> 33.jpg?v=1715553805&width=493
>
> [worpsweder-kunstdrucke.de]
> 46.jpg?v=1686605365&width=493