Norbert schrieb:
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> Kaschi schrieb:
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> > Wobei das vierte Bild von oben (mit den
> Kürbissen
> > im Vordergrund) von Thomas Kincade ist. :-)
>
> Mir gefallen seine Bilder. Sie haben so etwas
> heimeliges.😊
Geht mir bei den geposteten Bildern auch so. Obwohl sie kitschig sind. Sie strahlen für mich Harmonie und Friedfertigkeit aus, wo sie im wirklichen Leben - auch auf dem Lande - nicht ist und nie war.
Zum ersten Bild fällt mir das Schwein auf. Alles so friedlich, doch wann geht es zur Schlachtbank?
Zum zweiten Bild: Pferde frei laufend, ohne Umzäunung, dürften bald abgehauen sein ...
Zum fünften Bild: zwei Hunde gucken sich eine Hühnerschar an, statt drauflos zu jagen?
Zum sechsten Bild: Rothirsche in der Nähe von menschlichen Behausungen?
Nein. So wie auf den Bildern ist es nicht und war es nicht. Aber auch das passt zu Lassie und Co. Zwar gibt es auch da Konflikte oder Probleme, aber diese werden am Schluss immer positiv gelöst, zumeist dank des Tieres, das Hilfe herbeiholt: "Lassie! Lassie! Was willst du uns sagen? Ist was mit Timmy?" Und so läuft es im wirklichen Leben leider nicht. Da gibt es Probleme, die eben nicht oder wenigstens nicht so schnell gelöst werden, manchmal sogar eskalieren.
Ich habe meine Kindheit auf dem Land verbracht. Um genau zu sein: im Alter von 4 bis 15 Jahren in einem 400-Seelen-Dorf in der Nähe von Bremerhaven (1962 - 1973). Als Kind/Teenager bekam ich natürlich längst nicht alles mit, was bei den Erwachsenen so lief, aber einiges denn doch. Frisch geborene Ferkel, die irgendwelche Anforderungen nicht erfüllten, wurden sofort an die Stallwand geknallt. Es gab bei 2 oder 3 Familien Verwahrlosung. Das Dorf bestand im Kern aus zwei Gruppen, die wenig miteinander zu tun haben wollten: die alteingesessenen Bauern und die Flüchtlinge, die sich zumeist im Hafen der Stadt verdingten. Bei Festivitäten gab es regelmäßig Kloppereien, wenn entsprechend Alk geflossen war. Ein Freund von mir ist ein paar Jahre später betrunken auf der Bundesstraße B71 zu Tode gekommen. Frauen hatten in der Dorfpolitik nichts zu melden.
So weit meine Erinnerungen an die weniger schönen Dinge, die eben nicht so einfach per Haustierhilfe zu lösen waren. Andererseits gab es aber auch viel Positives - eben beides.
Deshalb, finde ich, sind solche Bilder wie auch die Tierserien kitschig. Sie suggerieren eine Welt, die es so nicht gab oder gibt. Andererseits waren es im TV Kinderserien, die mit der manchmal harten Realität total überfrachtet worden wären. Deshalb spreche ich von Traumwelten, aber solchen, die uns, die wir inzwischen alle deutlich betagter sind, geprägt haben. Und solange wir Traum und Wirklichkeit unterscheiden können, dürfen wir träumen. Und diese Serien lieben!
Hier zwei Bilder aus dem Künstlerdorf Worpswede (bei Bremen), die für mich besser zum tatsächlichen Landleben passen (Otto Modersohn und Karl Krummacher):