Im Original ist Walter Brennans Stimme eher hoch, nuschelig und - bis auf die wenigen Male, wo er etwas aggressiver wird - ziemlich sanft. Martin Hirthe poltert dagegen rum und gibt ihm den Charakter eines bärbeißigen Grantlers, der mit dem Leben, den Menschen und seiner Umgebung ständig hadert. Eine ähnliche Charakteränderung hat Hirthe auch beim "Chef" hinbekommen. Statt ihn ähnlich zu sprechen wie beispielsweise "Perry Mason" (dessen Stimme dem des Original-Chefs wesentlich besser gepasst hätte) spricht Hirthe den Chef als strengen, polternden Vorgesetzten, bei dessen Gebrüll man unwillkürlich zusammenzuckt. Dabei ist der Chef im Original völlig anders konzipiert - als zwar strenger Chef, aber auch als väterlicher Freund, der hinter seinen Mitarbeitern steht. Das kommt bei Hirthe überhaupt nicht rüber. Hatte ich bei Raymond Burrs Ironside das Gefühl: "Für so nen Chef kann man arbeiten", wäre die Vorstellung, für einen Chef vom Charakter, den ihm Hirthe verliehen hat, arbeiten zu müssen, die Hölle. Nein, Hirthe ist weder bei Jim Sonnett noch beim Chef die richtige Besetzung, und wenn ich daran denke, dass er den Hoss in "Bonanza" zeitweilig auch sprechen durfte, kann ich über solche Entscheidungen nur den Kopf schütteln. Was das "Gedicht" zu Beginn von Jim Sonnett betrifft, ist es eher ein gesprochener Liedtext bzw. der Text eines Gebets, denn jede Folge endet mit Brennans Off-Stimme, die ein gereimtes kurzes Dankgebet zum Himmel schickt. Wir sehen hier einen trotz seines gefährlichen Rufs durchaus gottesfürchtigen Mann, was in der deutschen Fassung auch nicht vermittelt wird.
Der Lonewolf Pete