Ja, alles, was in Richtung Schlager ging, wollte Mike Leckebusch nicht dabei haben, ob nun deutsch gesungen oder französisch. Das würde in anderen Sendungen schon zur Genüge gebracht, sagte er mal sinngemäß in einem Interview - und hatte damit natürlich recht.
Aber Moustaki, Brel, Brassens, Fugain - das ging ja in eine völlig andere Richtung, nicht gleichzusetzen mit (der frühen) France Gall, Mireille Mathieu etc. Ich glaube auch nicht, dass diese Interpreten nicht in den Beat-Club, erst recht nicht in den Musikladen gepasst hätten ("Genre-Konflikt" à la KI). Alle Genannten verstanden sich ausdrücklich als politisch engagierte Künstler, die das auch in ihrer Musik ausdrückten. Diese Haltung tauchte im Beat-Club (etwa ab 1969) und im Musikladen (bis ca. 1975) auch immer wieder auf. Das hätte sehr wohl gepasst, denke ich.
Auch musikalisch. Man denke nur an den US-Liedermacher Randy Newman, dem ein ganzer Workshop gewidmet wurde. Es gab in beiden Sendungen durchaus auch besinnliche, aussagekräftige Töne. Insbesondere der Musikladen war in musikalischer Hinsicht sehr vielfältig. Gut, Brel wäre wohl nur im frühen Beat-Club in Frage gekommen, da er sich 1967 von der Bühne verabschiedete.
Mein Eindruck ist eher, dass Mike Leckebusch, an dem wohl viel hing, wer in den Sendungen auftreten konnte, Frankreich deutlich weniger im Blick hatte als etwa Großbritannien, USA, Niederlande, BRD. Vermutlich verbunden mit persönlich engen Drähten - oder eben nicht.