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Re: Die Hausmeisterin (alt vs. neu)
geschrieben von: tomgilles, 25.07.20 06:53
Das gepflegte Münchnerisch jener Jahre, eine Art grenzübergreifender Regiolekt, der so ähnlich auch in Regensburg, Salzburg oder Linz geklungen hat, unterschied sich ganz erheblich von den Land- und Vorstadtmundarten, die auch heute noch in und um München gesprochen werden. Zwar teilte es mit ihnen einige lautliche Besonderheiten und lokale Begriffe, war als typischer Stadtdialekt aber stärker abgeschliffen und dezenter im Klang.

Um 1990 herum sprach in München noch fast jeder Einheimische Dialekt, egal ob er Akademiker oder Handwerker war; das städtische Bürgertum und all jene, die sich damit identifizierten, sprachen aber einen vornehmeren Dialekt, der sich auch lautlich von der Peripherie und den Arbeitersiedlungen (Hasenbergl, Moosach, Giesing) abhob. Diese sprachliche Schicht bildete bis gegen Ende der 1990er-Jahre die Bevölkerungsmehrheit in der Isarmetropole.

München war einstmals Schnittpunkt dreier großer Dialektgruppen: Der Oberland-Mundarten einschließlich der Starnberger Gegend ("Huosigau") mit ihrem alpenländischen, teils ans Tirolerische erinnernden Einschlag, die eine ansatzweise Affrikatabildung, eine leichte Vokalverdunkelung und eine Tendenz zum "ö" aufweisen ("Zwöife-Lait'n""); das traditionell dem Westniederbayerischen zuzurechnende Hallertauerische nördlich von Freising mit starker Lautverdunklung und einer Tendenz zum "äi" (Zwäife-Lait'n") sowie das Inn-Salzach-Bairische östlich von Erding mit seinen typisch bajuwarischen Richtungsadverbien (eini statt 'nei, letzteres eines der Relikte der im Westen Oberbayerns lange existierenden Schwäbisch-Bairischen Mischdialekte, die in Reinkultur nur noch im Lechrain um Landsberg und Schongau und in abgeschwächter Form im westlichen Pfaffenwinkel, im Dachauer Hinterland und in Ammergau anzutreffen sind).

All diese Komponenten bildeten typische Stadtteilmundarten heraus, die sich nach der Himmelsrichtung unterschieden und an den Grenzlinien vermischten - sie wurden in neuerer Zeit immer mehr vom gehobenen Stadtdialekt überlagert, der die Umgangssprache der urbanen Schicht bildete. Typische Vertreter dieses Regiolekts waren in dieser Serie stark vertreten (die zwei Österreicher sind kaum herauszuhören); einen Gegentwurf bildeten Darsteller wie Hans Stadlbauer, die einen breiten Vorstadtdialekt sprachen.



3-mal bearbeitet. Zuletzt am 25.07.20 06:59.

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  Die Hausmeisterin (alt vs. neu)
Donnie_XYZ 06.07.20 11:41 438 
  Re: Die Hausmeisterin (alt vs. neu)
Ralfi 06.07.20 15:20 181 
  Re: Die Hausmeisterin (alt vs. neu)
Somnambule 07.07.20 07:30 145 
  Re: Die Hausmeisterin (alt vs. neu)
Donnie_XYZ 08.07.20 00:45 124 
  Re: Die Hausmeisterin (alt vs. neu)
Donnie_XYZ 11.07.20 15:49 115 
  Re: Die Hausmeisterin (alt vs. neu)
tomgilles 25.07.20 06:53 51 


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