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Karin Anselm als Wiegand: Ihre Fälle im Einzelnen
geschrieben von: LeMartin, 11.03.15 19:14
Wilderer schrieb:
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> Wie ist Eure persönliche Kritik/Würdigung der
> TV-Kommissarin?

Mit einem Wort: gespalten.

"Peggy hat Angst" ist (und bleibt) für mich eines DER Highlights der Tatort-Geschichte; zugleich beinhaltet diese Ära aber auch einige Fälle, die ich sehr zäh und langatmig fand. Aber der Reihe nach:

"Der Lederherz"
Im Mittelpunkt steht die detailierte Figurenzeichnung des Täters (der dem Zuschauer bekannt ist) bzw. die zahlreichen Unterhaltungen mit Wiegand. Diese Ausgangskonstellation wurde jedoch m.E. nicht einmal annähernd so reizvoll umgesetzt wie in vielen vergleichbaren (sprich: ebenfalls offen erzählten) Tatorten, etwa aus der Ära Haferkamp (z.B. "Zweikampf"). Eigentlich mag ich offen erzählte Krimis, aber dieser hier war mir definitiv zu zäh. Dies mag natürlich daran liegen, dass mir beim "Lederherz" jeglicher Zugang zur Person des Protagonisten verwehrt blieb. Am Ende bleiben recht gelangweilte 3 bis 3,5 Punkte.


"Blasslila Briefe"
Anfangs durchaus noch interessant, wurde dann aber m.E. zunehmend zäher und langatmiger. Für "Tatort-Historiker" dürfte es interessant sein, Rita Russek mal in einer Rolle vor der Bienzle-Ära zu sehen. Wohlwollende 4,5 Punkte.


"Peggy hat Angst"
Durchweg fesselnd und spannend. Absolut TOP besetzt und mit einigen wirklich bemerkenswerten Zitaten, die auch abgesehen von diesem Tatort zum Nachdenken anregen können (etwa der Ratschlag eines potenziell Verdächtigen an die Kommissarin, den Täter nicht unter den Zynikern, sondern unter den Scheinheiligen zu suchen). Auch die Musik passt vortrefflich zur Atmosphäre. Volle 10 Punkte.


"Täter und Opfer":
Die Beschränkung auf einen überschaubaren Personenkreis wurde hier m.E. weit reizvoller umgesetzt als in manch anderem Wiegand (insbesondere als in den beiden ersten Fällen). Bemerkenswert finde ich übrigens, dass ich den Fall nach dem zweiten Mal stärker einstufte beim ersten Mal, mir allerdings erst im Laufe der Zeit (anhand einiger Details wie dem Versuchslabor) wirklich klar wurde, DASS ich den Fall bereits kannte ;-). Und auch jetzt könnte ich die Auflösung nicht mehr auf Anhieb aus dem Ärmel schütteln ;-). Dennoch: 7,5 Punkte


"Der Mord danach"
Hier entsinne ich mich noch, dass der Fall im Radio-Milieu spielte (was ich eigentlich sehr interessant fand), ich ihn aber dennoch als sehr schwach und bemüht konstruiert emfpunden habe. Hinzu kommt: Die Besetzung, obzwar sehr prominent (z.B. Ilona Grübel, Robert Atzorn, Rosel Zech, Jacques Breuer), riss mich in keinster Weise vom Hocker. Als Assistent war übrigens Làszló I. Kish zu sehen, der später einige Jahre als Kommissar Philipp von Burg im damaligen Schweizer Tatort ermittelte. However: 3 Punkte sind hier schon mehr als WOHLMEINEND.


"Aus der Traum" (NICHT ZU VERWECHSELN mit dem gleichnamigen SR-Tatort!)
Für mich der absolute und unbestrittene Tiefpunkt der Ära Wiegand. Selten fiel es mir so schwer, einen Fall durchzuhalten und das Ende kam dann fast einer Erlösung gleich. Schade, dass der wunderbare Uwe Friedrichsen seine (bislang?!) einzige Tatort-Rolle in einem solchen Rohrkrepierer hatte. Einen halben Trostpunkt vergebe ich (und damit verrate ich hoffentlich nicht zu viel!) für den Trick, durch den Wiegand am Ende doch noch ihr heiß ersehntes Geständnis erhielt.

"Spiel mit dem Feuer"
Auch diesen Tatort kann man zwar als mitunter recht konstruiert und vorhersehbar einstufen; dennoch fand ich diesen Fall (im Gegensatz zu manch anderem Wiegand) trotz kleinerer Längen nie wirklich langatmig. Auch hier verrate ich sicherlich nicht zuviel, wenn ich sage, dass Wiegand durch ein bestimmtes Ereignis (auf das auch im darauffolgenden letzten Wiegand-Tatort angespielt wird) zunehmend unter Druck gerät und in diesem Fall insofern schon ein wesentlicher Grundstein für den Abschied dieser Figur gelegt wird. FAZIT: Solides Mittelfeld (6 Punkte) und ein Tatort, den ich somit (gerade noch) in die "bessere Hälfte" der Ära Wiegand einordnen würde.

"Ausgeklinkt"
Ein bedrückender und durchaus auch beängstigender Fall, der (und hier gehe ich bewusst NICHT ins Detail) letztlich zu einem ebenso bedrückenden wie nachvollziehbaren Abschied von Frau Wiegand führt. In diesem Sinne für mich einer der "stärksten" Abgänge der Tatort-Geschichte, wenn auch m.E. nicht DER stärkste (da fand ich z.B. den Abschied von Lutz, der übrigens am 22.03. wiederholt wird, noch eine Ecke stärker). In einer Nebenrolle als Kleinkrimineller (der Frau Wiegand unterstützt) ist hier übrigens ein gewisser Dietmar Bär zu sehen. 7,5 Punkte.


Soweit meine Bewertung.



5-mal bearbeitet. Zuletzt am 11.03.15 19:26.

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  Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
Wilderer 10.03.15 12:27 1014 
  Re: Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
Kiwi_0302 10.03.15 14:17 508 
  Re: Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
Wilderer 10.03.15 17:25 402 
  Re: Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
Spoonman 10.03.15 14:59 472 
  Re: Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
Kiwi_0302 10.03.15 17:32 576 
  Re: Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
Wilderer 10.03.15 17:47 488 
  Re: Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
vanessa69 10.03.15 20:53 440 
  Karin Anselm als Wiegand: Ihre Fälle im Einzelnen
LeMartin 11.03.15 19:14 519 
  Re: Karin Anselm als Wiegand: Ihre Fälle im Einzelnen
Wilderer 11.03.15 23:06 450 
  Re: Wiegand "Peggy hat Angst" - Abschied und andere Abschiede
Wilderer 18.03.15 21:55 543 
  Re: Wiegand "Peggy hat Angst" - Abschied und andere Abschiede
LeMartin 19.03.15 18:20 306 
  Re: Wiegand "Peggy hat Angst" - Abschied und andere Abschiede
Thinkerbelle 19.03.15 18:42 343 
  Re: Karin Anselm als Wiegand als Tatort-Kommissarin
Spoonman 22.03.15 16:43 341 


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