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Re: EM sorgt für Quoten-Sensation - zumindest wenn man sich die Zahlen schönlügt
Chenchationäll, ums mal mit dem seligen Rudi Carrell zu sagen. Wie bei anderen wirklichen Fernsehstars in der wirklich großen Zeit dieses Mediums hätte man sich allerdings Gedanken gemacht, ob es Zeit wäre, mit der Sendung aufzuhören, wenn die große Show nicht mal mehr dreißig Millionen gesehen hätten - allein in der alten Bundesrepublik, wohlbemerkt. "Waren eben andere Zeiten." Allerdings. Und die ewigen medialen Orgasmen über angeblich sensationelle Zuschauerzahlen kaschieren bloß, daß heute selbst EM-(oder WM-) Spiele der eigenen Nationalmannschaft bei weitem nicht mehr so viele Zuschauer vor die Glotze locken können wie es noch vor dreißig Jahren (fast wöchentlich!) ein durchschnittliches Samstagabendprogramm von ARD oder ZDF tat. Was übrigens auch etwas darüber aussagt, wie sehr selbst die Anziehungskraft von Fußball nachgelassen hat. P.S.: In jenen fernen Zeiten, wo man solche Zahlen noch nicht schönlügen mußte und Journalismus auch noch etwas mit kritischer Distanz zu hatte (und "Public viewing" "inner Kneipe kucken" hieß), rechnete man nicht von ungefähr mit Einschaltquoten (= Anteil an den möglichen Zuschauern) an Stelle von Marktanteilen (= Anteil an den momentanen Zuschauern). So gesehen, schrumpft bspw. der "sensationelle" ORF1-Marktanteil von 55 Prozent auf eine doch eher dürftige Einschaltquote von deutlich unter 20 Prozent. Soviel zum Thema "Die ganze Nation ist begeistert" und ähnliches Marketinggeschwätz.
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