Ich glaube nicht, daß es irgend jemanden überrascht, daß die blaubeflaggte Anti-ÖR-Kampagne munter weiterrollt, solange man noch Brennstoff dafür aus irgendwelchen Kanälen quetschen kann. Bei Organisationen mit vielen tausend Köpfen wird sich auch immer irgend ein Praktikant finden, dessen jüngster Fehler sich für billige Stimmungsmache ausschlachten läßt.
Deutschland ist auch bei weitem nicht das einzige Land, in welchem
öffentlich-rechtliche Sendeanstalten zunehmend unter Druck gesetzt werden.
Natürlich gibt es in Zeiten einer schwierigen Wirtschaftssituation und schwindenden Steueraufkommens auch durchaus berechtigte Forderungen, die öffentlichen Ausgaben etwas stärker zu zügeln. Die Frage, die man sich jedoch bei aller Stimmungsmache gegen klassische Medien stellen muß, lautet folgendermaßen:
Wer profitiert am Ende
wirklich davon, wenn die schärfste Klinge der vierten Gewalt stumpf gemacht wird?
Diejenigen, die jetzt schon alle möglichen Medienvertreter von ihren Parteitagen ausschließen, sind als Profiteure auf jeden Fall ganz vorn mit dabei. Weniger Journalisten, das bedeutet weniger unbequeme Fragen und größere Chancen, um mit ihrer
Vetternwirtschaft straflos oder gänzlich unentdeckt davonzukommen.