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Re: ARD und ZDF - nötiger als je zuvor
Spoonman, zunächst erst mal Danke für Deine halbwegs sachliche Antwort. Wenn ich mir die Beiträge anderer ÖRR-Fans hier durchlese (egal ob Lobotoyour, GerneGucker, Seymour, Besserwisserin, macabros, Schlibottel oder wie sich die Pöbler alle nennen), so scheint das nicht selbstverständlich zu sein.
Zu Deinen Punkten > Was soll denn daran verschwörungstheoretisch > sein? Tech-Bros betreiben und kontrollieren > Social-Media-Plattformen, das dürfte unstrittig > sein. Dass die Herren böse seien, ist deine > Wortwahl. Mir geht es zunächst mal darum, dass > sie schon seit längerer Zeit sehr reich und sehr > mächtig sind, und durch Trump bekommen sie > tendenziell noch mehr Einfluss, nicht zuletzt auch > auf die öffentliche Meinungsbildung. Und das ist > selbst dann problematisch genug, wenn sie nicht > böse sind. Auch wenn Du es nicht ausdrücklich so geschrieben hast, so insinuierst Du es mit Deiner Wortwahl doch sehr eindeutig, dass es sich bei diesen reichen TecBros (und natürlich darf Trump nicht fehlen) um ziemlich böse Menschen handeln muss. > Über die Algorithmen gibt es genügend > Medienberichte (nicht nur von den ÖR), und ich > habe Twitter selbst lange genug genutzt, um zu > wissen, was da alles nach oben gespült wird. > > [web.archive.org] Erstens stellen Deinen eigenen X-Erfahrungen nicht mehr als eine anekdotische Evidenz dar (sorry für den Melanie-Amann-Sprech). Zweitens sind mir die Berichte zum Quellcode wohlbekannt. Man sollte jedoch genauer lesen, wenn Du z.B. Deine erstgenannte Quelle durchliest, so wird dort ganz klar festgestellt, ich zitiere: „Dafür, dass seitens X eine gezielte Auswahl von beispielsweise politisch erwünschten und unerwünschten Inhalten erfolgt, lassen sich anhand des publizierten Codes jedoch keine Hinweise entdecken“, sagt Paulheim. Klar ist nach Offenlegung des Quellcodes also nur, dass gar nichts klar ist. Die sich anschliessende Einschätzung des Mannes vom Leibniz-Institut ist dagegen einfach nur seine persönliche Meinung, ohne klaren Beleg. Und dass krawallige Posts mehr Reaktionen auslösen als stautrockene ist nun wirklich keine Neuigkeit, das macht sich z.B. auch die extreme Linke mit H. Reichinnek zu Nutze. > Im Fall der Washington Post ging > der großen Entlassungswelle allerdings auch noch > ein politischer Richtungswechsel des Blattes unter > Bezos voraus. Das ist einfach ein Beispiel dafür, > dass traditionsreiche kommerzielle Medien durch > wirtschaftlichen und/oder politischen Druck > innerhalb von wenigen Jahren kippen und ggf. in > der Versenkung verschwinden können. Das stimmt zwar, ist aber auch nicht wirklich etwas Neues. Wenn Du jedoch von Machtkonzentration in den Händen weniger Personen/Konglomerate sprichst, so ist das doch ein Widerspruch für mich, da es auch viele kleinere Medienunternehmen am Markt gibt, insbesondere bei den Neuen. Sowohl das ZDF als auch die meisten ARD-Anstalten sind dagegen geradezu monströse Medienunternehmen, in denen neben den Fernsehräten (Politik & Lobbygruppen!) nur ganz wenige Leute die Macht in Händen halten (Intendanten!). Insofern müsste ein jeder eigentlich Interesse an privater Medienvielfalt haben. > X und Facebook sind doch überhaupt keine Medien > im eigentliche Sinne. Die leben davon, dass > klassische Medien, Politiker und Influencer dort > ihre Inhalte posten, damit die User sich darüber > aufregen und möglichst viel Traffic generieren > :) Natürlich sind sie das, auch wenn sie "Soziale" Medien genannt werden. Kommt eben darauf an, was man draus macht, Texte schreiben und Videos einbetten geht jedenfalls wunderbar und die öffentliche Verbreitung ist ebenfalls kein Problem. Darüber hinaus gibt es aber noch so vieles mehr heutzutage, ob youtube, neue alternative Medien etc. Die Notes-Funktion auf X, über die man Infos hinzufügen/berichtigen kann oder einfach die Kommentarfunktion auf youtube, all das sind erst mal demokratische Elemente von denen man bei ARD/ZDF nur träumen kann. Wie gleichgültig Programmbeschwerden in den Fernsehräten behandelt werden, ist dagegen ein schlechter Witz. > > Und weil wir die Diskussion schon mal vor > wenigen > > Jahren hatten: in der Alterskohorte U30 hat der > > ÖRR schon jetzt praktisch keinerlei Bedeutung > > mehr, in der Kohorte U50 eine stark sinkende. > > Das gilt sicherlich für das linearen Fernsehen. > Wenn man das lineare Radio (UKW und DAB), Apps, > Streams, Podcasts und Social Media dazunimmt, > dürften auch in der Altersgruppe U30 ziemlich > viele Leute die Angebote der ÖR nutzen. Ob es > dazu konkrete Zahlen gibt, weiß ich nicht. Kunststück - dazu wird es keine Zahlen geben, die eine solche Nutzung nachweisen könnten. Das allgemeine Nutzerverhalten hat sich einfach radikal verändert. Streams, Mediathek und Social-Media-Kanäle des ÖRR werden hauptsächlich von jenen Personen genutzt, die auch noch lineares TV nutzen. So kann das ZDF zwar schön die Anzahl seiner Views zusammenzählen und vielleicht zur eigenen Befriedigung hochrechnen, allein, es sind die gleichen Nutzer wie im Linearen. Ich könnte hier jetzt auch noch (mach ich auch) mit meiner eigenen anekdotischen Evidenz kommen: meine beiden Teenie-Kinder nutzen 0,0 den ÖRR, obwohl natürlich alles zur Verfügung steht, weder TV noch Radio, weder daheim noch im Auto, weder linear noch sonst wie. Was ich so mitbekomme, liegt der Fall bei deren Freunden ganz genau so. Und auch im Sportverein habe ich noch nie von Jugendlichen irgendwelche Gespräche oder Kommentare mitbekommen, die eine Nutzung des ÖRRs nahelegen (Ausnahme: Live-Fussball & Olympia). Wirklich einzige Ausnahme ist ein Freund meines älteren Sohnes, der schaut ab und zu TV, seine Eltern arbeiten jedoch beide bei Pro7, das macht natürlich etwas aus. Meine Eltern hingegen konsumieren seit Jahr und Tag nur ÖRR, obwohl Internet zur Verfügung steht. Nach meinem viel zu langen Kommentar hier einfach noch ein paar Beispielzitate von ZDF-Mitarbeitern während der Krisenkonferenz diese Woche, diese sprechen für sich: «…das war unser Relotius-Moment» «…wir machen Weltbild-Bestätigungs-Sendungen» «…seit 9 Jahren bedienen wir des gleiche Narrativ» Elmar Thevessen: «…jedes Wort war wahr» -> Thevessen versteht offensichtlich gar nichts Dunja Hayali: «…» (nichts, auch nach Aufforderung durch Kollegen) -> ich denke, das sagt alles Und das alles, nachdem der letzte handfeste ZDF-Skandal rund um Lanz und MP Günther erst wenige Wochen her ist. 1-mal bearbeitet. Zuletzt am 27.02.26 20:17. In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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