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(Update) ARD-Sparmaßnahmen: Diese Radiosender sollen gestrichen werden
Auf der Ministerpräsidentenkonferenz im Oktober war bereits die Rede davon, dass vor allem Digitalangebote und Spartenkanäle geclustert und konsolidiert werden sollen. Und genau so wird es nun aller Voraussicht nach kommen: Streichungen soll es vor allem bei jenen Sendern geben, die ausschließlich digital über DAB+ und nicht über UKW verbreitet werden. Das ist insofern bitter, als dass es sich bei jenen Wellen vor allem um Genre- und Special-Interest-Kanäle abseits des Mainstreams handelt. Man wolle prüfen, welche Genres digital deutlich aufgewertet werden können, um ihre terrestrische Ausstrahlung im Gegenzug einzustellen. Vom NDR-Angebot betrifft dies den Jazzsender NDR Blue, den Schlagersender NDR Schlager sowie den Sender NDR Info Spezial, der unter anderem einen ausführlichen Seewetterbericht für Seeleute bietet und zudem Bundestagsdebatten und Sportereignisse live überträgt. Die drei Digitalsender sollen voraussichtlich Ende 2026 wegfallen, während es die Programminhalte weiterhin geben soll - etwa in der ARD Audiothek. Aus dem Hause MDR sind ebenfalls drei Digitalsender betroffen: MDR Klassik, MDR Schlagerwelt und MDR Tweens (für Kinder zwischen acht und 13 Jahren) sollen ab 2027 nicht mehr terrestrisch verbreitet werden. Auch hier ist angekündigt, dass es die Inhalte der drei Sender weiterhin geben soll - in welcher Form auch immer. UPDATE: Inzwischen stehen auch die Pläne des Bayerischen Rundfunks fest. Wie DWDL auf Nachfrage erfuhr, trifft es unter anderem auch hier den Schlagersender BR Schlager. Als Ersatz soll es ein neues digitales Schlager-Angebot in der ARD Audiothek geben, an dessen Überlegungen zum Aufbau sich der BR beteiligen möchte. Ebenfalls gestrichen wird die Jugendwelle BR Puls, wo es bereits seit einiger Zeit keine Live-Moderationen mehr gibt. Die Marke Puls soll allerdings weiterleben - auf Festivals sowie online auf Plattformen wie funk, YouTube, Instagram und TikTok. Wegfallen werden darüber hinaus die Spartensender BR24live, wo Sitzungen des Deutschen Bundestages oder des Bayerischen Landtages übertragen werden, und BR Verkehr, wo kontinuierlich aktualisierte Verkehrsmeldungen in Dauerschleife gesendet werden. Erhalten bleiben hingegen die Sender BR Klassik und BR Heimat, der sich auf Volks- und Blasmusik sowie bayerische Kultur fokussiert. Für die Fortsetzung von BR Heimat habe man sich entschieden, da dieser im Einklang mit dem programmstrategischen Ziel eines einzigartigen bayerischen Angebotsstehe. ZUVOR: Das Maus-Radio des WDR soll künftig nur noch online verbreitet werden, während der Sender WDR Event den Streichungen voraussichtlich gänzlich zum Opfer fallen wird. Der Kanal überträgt Debatten aus dem Bundestag und dem NRW-Landtag sowie kulturelle Veranstaltungen und Fußballreportagen in voller Länge. Die Profile der jungen WDR-Wellen 1Live und 1Live Diggi sowie des interkulturellen Senders Cosmo sollen dagegen geschärft und aufeinander abgestimmt werden. Anders verhält es sich bei den jungen Wellen des SWR, hr und SR: DasDing (SWR), You FM (hr), und UnserDing (SR) sollen künftig unter dem Leitgedanken "gemeinsam geiler" zusammen veranstaltet werden. Wie das genau umgesetzt werden soll, bleibt abzuwarten. Eine vergleichbare Kooperation wird ab 2027 für die Informationssender SWR Aktuell und hr Info angestrebt. Der SR plant zudem eine Kooperation für das deutsch-französische Inforadio AntenneSaar. Die Nachrichtenagentur dpa hat sich jetzt in den neun ARD-Anstalten umgehört und einige Antworten bekommen. So ist jetzt auch offiziell bekannt, dass die jungen Wellen DasDing (SWR), You FM (HR) und UnserDing (SR) perspektivisch gemeinsam veranstaltet werden sollen. Demnach sollen auch die Infowellen SWR Aktuell und HR Info ab 2027 kooperieren. Keine Veränderungen oder Streichungen soll es nach aktuellem Stand im Radioangebot von rbb und Radio Bremen geben. Der neue Reformstaatsvertrag soll voraussichtlich am 1. Dezember in Kraft treten. Damit es dazu kommen kann, muss der Vertrag allerdings von allen 16 Bundesländern rechtzeitig ratifiziert werden. Neben Einschnitten im Rundfunkangebot soll auch die Anzahl der öffentlich-rechtlichen TV-Sender reduziert werden. So wurde im Entwurf zum Reformstaatsvertrag auf der Ministerpräsidentenkonferenz einstimmig beschlossen, dass von den Sendern phoenix, tagesschau24, ARD alpha und ZDFinfo, die dem Bereich Nachrichten, Bildung und Information zugeordnet werden, nur noch zwei Kanäle bestehen bleiben sollen. Welche das sein werden, bleibt ARD und ZDF überlassen. Außerdem sollen drei Angebote erhalten bleiben, die sich in dem Bereich Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene betätigen. Aktuell gibt es KiKA, ZDFneo, One sowie das Online-Angebot funk. Welches dieser vier Angebote wegfällt, bestimmt ebenfalls der ÖRR selbst. Dass der Kinderkanal KiKA erhalten bleibt, ist aber ein klarer Wunsch der Ministerpräsidenten. Am logischsten wäre der Verzicht auf den ARD-Spartensender One, der schon seit Jahren auf der Kippe steht. arte soll zu einer europäischen Kulturplattform weiterentwickelt werden, in die womöglich künftig auch die kulturellen Angebote von 3sat integriert werden sollen. 27.06.2025 - Glenn Riedmeier/TV Wunschliste Bild: ARD Design [www.wunschliste.de] In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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