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ARD-Programmreform: So soll ein "Angebot für die gesamte Bevölkerung" geschaffen werden
geschrieben von: TV Wunschliste, 15.10.21 17:12
Seit 1. Mai dieses Jahres ist Medienmanagerin Christine Strobl ARD-Programmdirektorin. Sie folgte auf Volker Herres, der dieses Amt seit 2008 innehatte. Schon recht bald nach ihrem Antritt kündigte Strobl an, dass es mit ihr kein einfaches "Weiter so" geben werde, sondern diverse, dringend nötige Schritte zu einer Überarbeitung des Programms angegangen werden sollen. Zusammen mit ARD-Chefredakteur Oliver Köhr und Florian Hager, Channel Manager ARD Mediathek, wurde am heutigen Freitag, den 15. Oktober ein umfangreiches Reformprojekt von den Intendantinnen und Intendanten nach vorheriger Beratung mit den ARD-Gremienvorsitzenden einstimmig verabschiedet.

Als übergeordnetes Ziel wurde formuliert, das Profil zu schärfen, um ein "attraktives mediales Angebot für die gesamte Bevölkerung zu schaffen". Im Zentrum der Programmoffensive stehen der Ausbau der ARD Mediathek und die Profilierung des Ersten Deutschen Fernsehens. Sämtliche ARD-Gemeinschaftsangebote sollen so aufgestellt werden, dass sie sich ergänzen und sich zusammen an Jung und Alt richten.

Wir wollen informieren, das Geschehen in der Welt und zu Hause beleuchten, faszinieren, unterhalten, zum Nachdenken anregen und unsere Themen und Geschichten bestmöglich an unser Publikum bringen. Nur so können wir auch in Zukunft relevant sein und im Ersten und in der ARD Mediathek ein attraktives Angebot für alle schaffen, so ARD-Programmdirektorin Christine Strobl.

Der ARD-Vorsitzende Tom Buhrow ergänzt: Unser Auftrag ist es, Programm für alle zu machen. Was wir gemeinsam beschlossen haben, ist keine Reform, sondern ein ganzes Reformpaket, auf dem Weg zu einem relevanten Inhalte-Netzwerk. Damit bieten wir für alle Nutzerinnen und Nutzer generationenübergreifend im Ersten und der ARD Mediathek relevante und hochwertige Angebote.

Umgestaltung des Programms im Ersten



Obwohl es bereits seit Jahren der Fall ist, wird der Montag als "der neue Informationstag im Ersten" angekündigt. Um 20.15 Uhr soll es weiterhin Naturdokus geben, aber auch hochwertige Dokumentationen und Reportagen aus den Bereichen Politik, Kultur, Wirtschaft, Religion, Geschichte und Sport. Im Anschluss an "Hart aber fair" und die "Tagesthemen" soll künftig immer um 22.50 Uhr ein neues Wissensformat ausgestrahlt werden. Zudem soll mit filmischen Reportagen aus der Themenwelt des "Weltspiegels" ein neuer Schwerpunkt am Montagabend im Ersten geboten werden. Doku-Reihen aus dem Themenfeld Geschichte und der "Story im Ersten" werden weiterentwickelt und durch das multimediale Reportageformat "Rabiat" zu einem umfassenden Informationspaket ausgebaut.

Neu eingeführt wird das Label "ARD investigativ", unter dem einmal im Monat "spannende Dokumentationen" in der ARD Mediathek angeboten werden. Diese Produktionen entstehen in den "ARD Kompetenzzentren für Qualitätsjournalismus", namentlich den Redaktionen der politischen Magazine "Fakt", "Kontraste", "Monitor", "Panorama", "Report Mainz" und "Report München". Weiterhin werden die Magazine dienstags und donnerstags im Ersten zu sehen sein. Hier sorgte die angekündigte Kürzung der Anzahl der Ausgaben pro Jahr für Unmut unter den zuständigen Redaktionen.

Einen zusätzlichen Sendeplatz erhält Sandra Maischberger, die künftig dienstags und mittwochs zum Talk lädt und mit Menschen aus unterschiedlichen Lebensbereichen in einem neuen, vertiefenden Gesprächsformat diskutiert. Die Talkformate aus den Dritten, die derzeit unter dem Label "Talk am Dienstag" im Wechsel gezeigt werden, scheinen demnach nicht mehr im Ersten fortgeführt zu werden.

Ebenfalls bekannt war, dass die ARD den späten Freitagabend um 21.45 Uhr mit einer neuen Comedy-Sendung bespielen möchte - Details liegen diesbezüglich noch nicht vor. Laut früherer Ankündigung ist ein halbstündiger Wochenrückblick mit "regionaler Verankerung" angedacht. Ferner ist für diesen Sendeplatz auch die Pilotierung einer neuen Reportage-Reihe geplant.

Auch am Sonntagvorabend kommt es zu Anpassungen. Die Berichterstattung aus der Hauptstadt und dem Ausland wird auf insgesamt 80 Minuten ausgeweitet und soll so einen neuen journalistischen Schwerpunkt im Ersten bilden. Nach der "Tagesschau" wird der "Bericht aus Berlin" um 18.00 Uhr auf 30 Minuten verlängert. Anders als zunächst von vielen Beteiligten befürchtet, wandert der "Weltspiegel" nicht auf den späten Montagabend, sondern bleibt am Sonntagvorabend - wird künftig jedoch schon um 18.30 Uhr mit auf 45 Minuten verlängerten Ausgaben zu sehen sein. Unmittelbar vor der "Tagesschau" findet die "Sportschau" mit der 2. Bundesliga ihren Platz. Angekündigt sind außerdem regelmäßige Topspiele aus den internationalen Fußball-Ligen.

Ganz allgemein kündigt die ARD an, das Sendeschema des Öfteren für außergewöhnliche Themenschwerpunkte zu öffnen, etwa anlässlich des "Weltwassertags" im März 2022. Regelmäßige Kulturevents runden das Programm ab, wie etwa das Waldbühnen-Konzert der Berliner Philharmoniker und das Deutsche Chorfest in Leipzig in enger Verknüpfung mit dem neuen Kulturnetzwerk der ARD.

ARD Mediathek wird ausgebaut



In der ARD Mediathek sollen regelmäßig eigene Programmhighlights angeboten werden, "die sich in der Machart an den Erwartungen der Nutzerinnen und Nutzer für dieses Medium ausrichten". Indirekt wird somit also ein Unterschied bezüglich der Erwartungen an das althergebrachte lineare Programm im Vergleich zum On-Demand-Angebot gemacht. Ausdrücklich sollen jene Inhalte zielgruppenspezifisch und divers sein - in Gestalt von Dokumentationen, Filmen und Serien.

Konkret soll es jährlich mindestens 25 Premieren von eigenproduzierten und internationalen fiktionalen Serien geben, darunter "Santa Fu", eine reale Gefängnisgeschichte unter der Regie von "4 Blocks"-Star Kida Khodr Ramadan. Ebenfalls angekündigt wurde "Lamia", eine Coming-of-Age-Geschichte über eine junge deutsche Muslimin und ihre Familie. Hinzu kommen Fortsetzungen der Gay-Dramedy "All You Need" und der Fantasy-Serie "Beforeigners". Ausgebaut werden soll auch das Comedy-Angebot. So wird es nicht nur doppelt so viele Ausgaben der "Die Carolin Kebekus Show" mit 16 Folgen pro Jahr geben, die Komikerin soll zusätzlich auch exklusiv mit eigenem Angebot in der Mediathek präsent sein. Comedienne Tahnee Schaffarczyk erhält mit "Limbus" eine eigene Personality-Show, Comedy-Serien wie "How to Dad" oder "Marzahn, mon amour" ergänzen ebenfalls das Angebot.

Auch mehrere Dokureihen sind für die Mediathek geplant. Namentlich genannt wurden "Bastards" über ein deutsch-iranisches Wrestling-Team, "Auf dem Weg" über acht Jugendliche mit Down-Syndrom, die gemeinsam auf eine außergewöhnliche Abenteuer- und Erlebnisreise gehen, eine True-Crime-Reihe über die legendäre Polizeidirektion 65 auf der Reeperbahn der 1970er Jahre, die "Nazijäger", eine spannend erzählte Geschichte der echten "Inglourious Basterds" und ein Porträt eines interkulturellen Fußball-Teams in Deutschland. Darüber hinaus soll es regelmäßige Dokumentationen aus den Bereichen Politik, Wirtschaft, Ausland, Geschichte, Religion, Kultur und Sport gebem, die gezielt für die Mediathek und ein jüngeres Publikum produziert werden.

Die angekündigte Programmreform soll schrittweise, beginnend mit dem Jahr 2022, umgesetzt werden.

15.10.2021 - Glenn Riedmeier/TV Wunschliste
Bild: ARD/Laurence Chaperon/Herby Sachs


[www.wunschliste.de]

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  ARD-Programmreform: So soll ein "Angebot für die gesamte Bevölkerung" geschaffen werden
TV Wunschliste 15.10.21 17:12 252 
  Re: ARD-Programmreform: So soll ein "Angebot für die gesamte Bevölkerung" geschaffen …
NoahG 15.10.21 19:08 139 
  Re: ARD-Programmreform: So soll ein "Angebot für die gesamte Bevölkerung" geschaffen …
Julian90 15.10.21 21:54 133 


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