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"Dexter" erhält Revival mit Michael C. Hall als Miniserie
geschrieben von: TV Wunschliste, 15.10.20 11:30
Das Serienfinale von "Dexter" gehört - zusammen mit "Game of Thrones", "Lost" und "How I Met Your Mother" - zu den am meisten gescholtenen, geplanten Serienenden der jüngeren Fernsehgeschichte. Nun nimmt US-Sender Showtime zusammen mit Titeldarsteller Michael C. Hall und dem Serienschöpfer Clyde Phillips einen weiteren Anlauf: Eine zehnteilige Miniserie wurde bestellt, die sich mit den weiteren Geschehnissen um den Serienkiller Dexter Morgan beschäftigen soll.

Die Dreharbeiten zu den neuen Episoden sollen Anfang 2021 beginnen, so dass die Miniserie auch noch im nächsten Jahr zur Veröffentlichung kommen soll.

Natürlich hat der jetzige Zug wirtschaftliche Hintergründe, allerdings könnten damit auch fragwürdige kreative Entscheidungen nachträglich revidiert werden. Im modernen Streaming-Zeitalter ist es nicht unüblich, Revivals zu starten, um auch den Wert der Rechte an den Originalserien nochmal steigen zu lassen - man denke etwa an "Akte X", das im Rahmen seines Revivals nochmal prominenter ins Fernsehen kam. Und für das zum ViacomCBS-Konzern gehörende Showtime war "Dexter" seinerzeit eine der erfolgreichsten Serien, im Zuge des kommenden, eigenen Streamingdienstes Paramount+ ist die Fortsetzung also nachvollziehbar.

Nach dem Abschied des Serienschöpfers Clyde Phillips nach vier Staffeln war die Handlung von "Dexter" immer stärker von den Fans hinterfragt und kritisiert worden. Nach acht Staffeln kam die Serie dann zu einem für viele Fans unbefriedigenden Ende. Markant: Damals schon hatte Phillips seinen Senf zum Serienende dazugegeben, und seine Idee fand bei den meisten Fans mehr Anklang, als das reale Serienende. Als der Produzent nun nach mehreren Jahren mit einem Rahmenvertrag zu ViacomCBS zurückkehrte, waren Gespräche um ein "Dexter"-Revival wohl unvermeidlich.

Das umstrittene Serienende von "Dexter"



Dexter Morgans Existenz als Serienkiller, der in Miami als Forensik-Spezialist ein Leben aufgebaut hatte und nach einem Code lebte, seine unbändigen, mörderischen Triebe nur an Serienkillern auszulassen, näherte sich in der achten Staffel dem Ende: Wieder einmal musste Dexter fürchten, dass er auffliegen würde.

Als ein Sturm vor Miami aufzog, stand fest, dass Dexter zusammen mit seiner Lebensgefährtin Hannah McKay (Yvonne Strahovski) und seinem Sohn Harrison die Stadt Miami verlassen wollte, um im Ausland unterzutauchen. Auf dem Weg "aus der Stadt" ergaben sich mehrere Hindernisse, die dazu führten, dass Hannah mit Harrison einen alternativen Weg nahm, während Dexter selbst sich noch um einige Angelegenheiten kümmern musste. Dexters Schwester Deb (Jennifer Carpenter) erlitt durch die Folgen einer Schussverletzung den Hirntod - Dexter beendete ihre künstliche Beatmung. Obwohl seine Kollegen bei der Polizei vermuten, dass er Debras Mörder vorsätzlich in dessen Zelle umgebracht hatte, "entscheiden" sie, die Tat als "Selbstverteidigung" zu verbuchen und zu deklarieren.

Dexter brachte Debras Leiche schließlich auf seinem kleinen Boot raus aufs Wasser. Nachdem er sie dort beerdigt hat und erkennt, dass er alles um sich herum zerstört, steuert er das Boot in das Unwetter - scheinbar ein "nobler" Selbstmord. Allerdings überlebt Dexter den Untergang des Bootes - auch wenn er als tot gilt. Er führt schließlich ein anscheinend freudloses Leben im Umfeld einer Rodungs-Unternehmung als Baumfäller.

Fans hatten sich erwartet, dass die Serie die Figur Dexter mit dem Serienende bewerten würde: Würde der "noble Killer" wegen seiner Taten die "gerechte Strafe" erhalten? Oder würde der tragischen Figur (die letztendlich durch die Umstände des Todes seiner Mutter als Kleinkind geistesgestört geworden war) ein Happy End vergönnt sein, eine Rückkehr in den Kreis der "normalen Menschen", mit Gefühlen für seinen Sohn und seine Partnerin und ohne Gewalt? Die Serie enthielt sich aber einen klaren Aussage.

Deutungen der Produzenten vom Ende der Serie gingen dahin, dass Dexter Morgan, in dem Moment, wo er sich als Vater und mit Hannah als Partnerin einer "normalen" menschlichen Existenz annäherte, sich gezwungen sah, für deren Wohl auf "sein" Happy End zu verzichten - und dass sein am Serienende etabliertes neues Leben eine Art Fegefeuer sei, in dem er nun auf Dauer für seine Taten büßen müsse. Allerdings gab es für das Serienfinale von den Produzenten auch die "Rechtfertigung", dass die damalige Showtime-Führung vorgegeben habe, dass die Figur Dexter trotz des langfristig geplanten Serienendes nicht sterben dürfte.

Letzteres war übrigens der Ansatz, der dem ursprünglichen Showrunner Phillips nach eigenen Aussagen vorgeschwebt hatte: Dass Dexter letztendlich als Mörder hingerichtet würde und für ihn der Raum der Hinrichtung so wie seine Kill-Rooms erscheinen würde: Für seine "Opfer" hatte Dexter immer einen Raum auch mit Bildern ihrer Opfer hergerichtet, damit sie wussten, warum sie zu sterben hatten. Dexter hätte nach Phillips' Willen, auf einem Stuhl auf die tödliche Spritze wartend, die Gesichter seiner Opfer an sich vorbeiziehen sehen. Man wird sehen, ob das jetzt umgesetzt werden wird.

15.10.2020 - Bernd Krannich/TV Wunschliste
Bild: Showtime


[www.wunschliste.de]

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  "Dexter" erhält Revival mit Michael C. Hall als Miniserie
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