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Zuschauerbeschwerden nach "hundkatzemaus"-Schicksalsreport
Das vermeintlich kuschelige VOX-Haustiermagazin "hundkatzemaus" ist nach Ausstrahlung eines reißerischen, mit nachgestellten Szenen geschmückten Filmbeitrags ins Visier der Medienhüter geraten. Nach zahlreich eingegangenen Zuschauerbeschwerden klopfte die Landesanstalt für Medien NRW (LfM) beim Sender an. In der VOX-Sendung erteilt der sogenannte 'Tieranwalt' Joachim Cäsar-Preller Ratschläge in tierrechtlichen Fragen. In einem Beitrag vom 31. März 2012 zum Abschuss von wildernden Tieren durch Jäger präsentierte er zum Einstieg ebenso schockierende wie verblüffende Zahlen: Rund 40.000 Hunde und 350.000 Katzen werden angeblich jährlich von deutschen Jägern erschossen. Gerne möchte man wissen, wer das nachgezählt hat, doch näheres weiß auch der Fachmann nicht: "Eine unglaubliche Zahl, wobei es ist nur eine Schätzung. Genaue Zahlen fehlen...", so Cäsar-Preller. Anhand nachgestellter Szenen zeigt VOX dann "einen typischen Fall, der so oder ähnlich immer wieder in Deutschland passiert": Die glückliche Familie Bergmann tollt mit ihrer Golden Retriever-Hündin Jessi herum, untermalt von fröhlicher Musik. Da wird die Katze der Nachbarin erschossen aufgefunden. Der Täter bleibt zunächst unklar, doch es werden wohl die Jäger sein, die sich in der nächsten Szene fröhlich in der Kneipe zuprosten und über unkontrolliert freilaufende Haustiere fachsimpeln. Später geht Herr Bergmann mit seinem Hund im Wald Gassi und hält unterwegs einen freundlichen Plausch mit dem Nachbarn. Der Hund entfernt sich unbemerkt und wird flugs von einem Jäger im Hochsitz erspäht. Ein Schuss fällt, und der entsetzte Herr Bergmann eilt, unterlegt mit dramatischer Musik, in Zeitlupe zu seinem blutenden und winselnden Hund. Der Tieranwalt erklärt daraufhin die Rechtslage, und es kommt zu einem Rechtsstreit. Der Jäger muss letztlich aufgrund grober Fahrlässigkeit seinen Jagdschein abgeben. Der Beitrag endet mit schwarz-weißen Bildern der noch lebenden Hündin, garniert mit einer traurigen Melodie. Bei der LfM gingen nach Ausstrahlung der Sendung diverse Beschwerden ein, in denen den Verantwortlichen unter anderem "Gossen-Journalismus der übelsten Sorte" sowie die Diffamierung von Jägern "auf erbärmliche Art und Weise" vorgeworfen wird. Aufgrund eines möglichen Verstoßes gegen die journalistische Sorgfaltspflicht kontaktierte VOX den Sender, der sich einsichtig zeigte. Der Beitrag wurde sofort aus der Mediathek entfernt, zusätzlich wurde mit Berichten zum Thema auf den VOX-Internetseiten und einem Hinweis in der folgenden "hundkatzemaus"-Ausgabe reagiert. Die LfM verzichtete daraufhin auf weitere Maßnahmen: "Da VOX hier umgehend mit einer entsprechenden, ergänzenden Berichterstattung reagiert hat, wurde seitens der LfM von einer weiteren Verfolgung abgesehen." 28.06.2012 - Michael Brandes/wunschliste.de Bild: VOX [www.wunschliste.de]
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