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Betrugsverdacht gegen 9live: Landesmedienanstalt 'will und darf' nicht eingreifen
Keine Konsequenzen ziehen die Medienwächter aus den jüngsten Manipulationsvorwürfen gegen den Münchner Call-In-Sender 9live. Die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) bezeichnet eine Erklärung des Senders als "plausibel" und wird vorerst keine weiteren Schritte unternehmen.
Konkret geht es dabei um diverse Vorwürfe, die Auswahl der Kandidaten der oft endlos laufenden Call-In-Spiele erfolge nicht so zufällig, wie der Sender immer wieder beteuert, sondern nach Anweisung eines diensthabenden 9live-Redakteurs. So zeigt dieses Video, das seit einigen Tagen im Internet kursiert, zum Beispiel den Ausschnitt einer Sendung, in der Moderatorin Alida Lauenstein offenbar die Regie auffordert, einen möglichen Gewinnspielteilnehmer erst später auszuwählen. Die Moderatorin und frühere "Big Brother"-Kandidatin ist dabei aus dem Off zu hören mit der Aufforderung: "Leute, um das noch ein bisschen mitzunehmen, lasst das doch Max übernehmen. Bei solchen Peaks schlagt doch später zu". Mit "Max" ist dabei wohl der Moderator der nachfolgenden Sendung, Max Schradin, gemeint. Dieser Vorfall widerspricht den Beteuerungen von 9live, wonach der sogenannte "Hot Button" vollkommen zufällig aktiviert wird. Dieser Mechanismus entscheidet, wann ein Zuschauer ins Studio durchgestellt wird. Die BLM bezeichnet die Tatsache, dass "eine der Komponenten des Zufallsmechanismus" die Aktivierung durch den Redakteur sei als keineswegs neu. Dies geschehe von Anfang an im Einvernehmen mit der BLM. Gegen die Vorwürfe würde man nichts unternehmen können. "Fehlende rechtliche Handhaben" würden eine weitere Überprüfung erschweren, so BLM-Präsident Wolf-Dieter Ring auf der jüngsten Konferenz der Landesmedienanstalten. Der aktuelle Fall bei 9live solle aber Anlass sein, die Weiterentwicklung der Regeln zügig voranzutreiben und vor allem die Landesmedienanstalten mit wirksamen aufsichtsrechtlichen Befugnissen auszustatten, so Ring gegenüber der Presse. Solange kann 9live - offenbar im Einvernehmen der Medienwächter - ganz legal weiterspielen. 25.05.2007 - Ralf Schönfeldt / Quellen: Süddeutsche Zeitung / Medienhandbuch.de / Sat+Kabel / Call-In-TV.de In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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