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Re: Das Steigerlied: Was war der Anlass?
Isaak_Hunt schrieb:
------------------------------------------------------- >Wer weiß denn schon, > dass das Ruhrgebiet z.B. so etwas wie eine Heavy > Metal Hochburg und Hip Hop Hochburg ist und > Graffiti und Street Art hier abseits des > Mainstreams immens entwickelt haben? Das fand > alles nicht statt. Ahja, danke. dass Du diese ur-ruhrigen Begriffe hier nennst ;), die ja WIRKLICH singulär ausschliesslich hier zu finden sind. Eure Begeisterung in allen Ehren, aber ich kann sie nicht nachvollziehen, und für das oben Genannte "schomma ganich". Man kann hier sehr gut leben, und m.E. dabei noch deutlich preiswerter als in den so beweihräucherten Lokationen wie Hamboorch, Frankfott, Stuegoord oder Minga. Die Innenstädte von Essen, Bochum, Dortmund unterscheiden sich i.w. am ehesten durch die Größe (aber nicht wesentlich), überall wirklich die gleichen Filialen der großen Ketten, von den Discountern über die Bäcker zu den Schuh/Textil/"Accessoirgedöns"-Ketten - und natürlich den Mobilphon- und 1-€ shops (die alle 9 Monate wieder für 4 Monate leer stehen) statt der früher typischen Einzelhandelsgeschäfte in Familienbesitz . Und natürlich hat jede Stadt ihr eigenes, zu subventionerendes Theater und am besten noch eine " Philharmonisches " dazu. Zur typischen populären Kultur haben hier mal eher z.B. die zahllosen Schrebergärten, Amateur-Sportvereine, Taubenzüchter und die vor 50 Jahren buchstäblich noch an fast jeder Strassenecke zu findenden Kneipen gehört (stattdessen habe wir inzwischen flächendeckend in Sichtweite jedes McDonald's eine BurgerKing, jedes Aldi einen Lidl) , die alle auch Orte des Zusammentreffens und Austausches waren - gibt's aber inzwischen hier nur noch genauso wenig wie woanders gibt - und für das verbleibende bischen kommt auch keiner hierher, um sich das anzuschauen. Dass es insbesondere auch LANGE vor dem Steinkohlebergbau ein Ruhrgebiet gab, ist heute noch durch ein Unzahl von Burgen und Schlössern ( ja, mehr als die Hälfte davon in Ruinen, aber immerhin "anfassbar") belegt, die z.T. durch komplexe historische Beziehungen verbunden / getrennt sind. Am Rande: die Bergmänner, die die von anderen hier geschilderten mörderischen Bedingungen erlebt haben, waren garantiert schn vor 50 Jahren tot, wer heute noch Bergmann ist, ist Jahrgang 1965++ (mit einem GROSSEN plusplus) und arbeitet in hochtechnisierten Betrieben, die nur keiner sieht, weil die sich halt "unter Tage" weit nach Norden vorgearbeitet haben und in denen die Sicherheit und Gesundheit der Mitarbeiter streng überwacht und gefördert werden. Wenn man zurück ins Moderne springt, würden mir eher die Oberhausener Filmtage als ein bemerkenswertes Beispiel einfallen. "Ruhr 2010" war insofern eher dadurch ruhrtypisch, dass man überhaupt ein solches Unterfangen - wissend, dass die anfängliche übersteigerte Euphorie zwangsläufig gegen de finanziellen Möglichkeiten klatschen wird - in Angriff zu nehmen gewagt hat und es dann unter den üblichen Streitigkeiten der Verteilung -man muss schon fast sagen : durch Hinfrickeln- doch irgendwie umgesetzt hat- DAS war wirklich RuhrKultur. In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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