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Unmaskiert und maskierte Helden - Die Legenden der "Western von Gestern"
Keine Sorge, damit ist nicht die Fernsehserie gemeint, die mit der unsäglichen Musik Marke ZDF-Eigenkompo unterlegt war und die ersten Schritte von John Wayne im Westernoutfit als Aufhänger für zahlreiche Abenteuer hierzulande eher kaum bekannter Westernhelden nahm. Dennoch habe ich - abgesehen von Fuzzy, mit dem ich heut noch nix anfangen kann, einige dieser Helden der Prärie schätzen und lieben gelernt, und habe mir meine zwei erklärten Lieblinge herausgepickt:
Roy Rogers - der "singende Cowboy", der seine Partnerin zahlreicher Filme lieben lernte und heiratete, um mit ihr eine der glücklichsten Ehen und Großfamilien Amerikas zu gründen, ist der ungekrönte "König des Wilden Westens". Nachdem Gene Autry als singender und jodelnder Westmann dem Strahlemann Roy Rogers den Weg auf die Westernleinwand ebnete und dann samt seines klugen Pferdes Champion den Hut und die Colts an den Nagel hängte, war flugs ein neues Wunderpferd gefunden: "Trigger" hieß das hellmähnige Pferd, das immer dann zur Stelle war, wenn Roy Rogers in der Klemme steckte. Roy selbst trug immer zwei Colts in einem nietenbesetzten Doppel-Rig, benutzte aber seltsamerweise nur einen, und wenn der leer geschossen war, lud er nicht etwa nach, sondern steckte die Kanone weg und verließ sich auf seine Fäuste. Selten tötete Roy seine Gegner, sondern ihm war es lieber, sie nach einer langen und wilden Verfolgungsjagd über Stock und Stein aus dem Sattel zu werfen und sie ordentlich zu verkloppen, weil sie doch so böse waren. Dazwischen trällert er entweder gemeinsam mit seinen Spezies, den grandiosen "Sons of the Pioneers" (denen ja auch Ken Curtis aus "Rauchende Colts" angehört hatte und deren Boss Bob Nolan einige wichtige supporting roles in den Western spielte, abgesehen von großartigen Titeln wie dem unvergessenen "Cool Water") und seiner Herzdame gail Evans lustige Liedchen, teils wild, teils romantisch, und Gail durfte auch die eine oder andere Nummer solo singen. Immer hatte Roy auch einen komischen Partner in den Filmen, eine trottelige Figur, die immer ins Fettnäpfchen trat. Diese Filme waren im Kino der Kriegsjahre so erfoplgreich, dass sie im prinzip den Erfolg des Western begründeten. Kleine Jungs stahlen sich in die Kinos, um zusammen mit Soldaten auf Urlaub, Farmern auf der Suche nach Entspannung und Arbeitern am hart verdienten Feierabend aus großen Augen die Abenteuer ihrer Helden der prärie zu verfolgen. All diese Jungs wurden zu glühenden Westernfans und sollten noch in hohem Alter von den leinwand-Legenden von einst träumen, deren Abenteuer sie mit Holz-Colts in den Seitenstraßen und Hinterhöfen ihrer Stadt nachspielten. Roy Rogers bekam parallel zu seinen Filmen auch eine eigene Westernserie, die hierzulande leider lediglich in Comic-Form erschien, und auch die paar Filme, die man für "Western von gestern" ausgesucht hatte, waren böse zusammengeschnitten worden. Aber zum Glück gibt es ja einige DVD-Anbieter in den USA, die Teile der Roy Rogers Show und etliche seiner Kinofilme aufgelegt haben. Ja, geritten wurde stets nie gemütlich (außer beim Singen), sondern im Galopp. Die Pferde hatten schon einen gewaltigen Stress damals - ganz besonders dann, wenn gleich 30 Pferde herhalten mussten, um die Rolle des Stammpferdes eines der Helden zu spielen. Dieser held war ein ganz besonderer - nämlich jener maskierte Bandit, der selbst den Lone Ranger und seinen mexikanischen Gegenpart Zorro in den Schatten stellte. Ich glaube, es gibt keinen anderen maskierten Westernhelden, der es auf so viele Kinofilme gebracht hat wie - "Durango Kid". Westernheld Charles Starrett war einer der gefragtesten Westerndarsteller der Vorkriegs- und Kriegszeit, und als er 1940 erstmals die Maske des gefürchteten aber edlen Banditen "Durango Kid" umband, war damit einer der beliebtesten und legendärsten Helden der Kinoleinwand geboren. in mehr als 50 (!!!) Kinofilmen preschte der maskierte Robin Hood der Prärie über die leinwand, um Bösewichte zu bekämpfen und rechtschaffene Farmer zu beschützen. Dabei benutzte er einen stolzen Schimmel, ähnlich wie der Lone Ranger, nur war der so oft und hart geritten im Einsatz, dass gleich 30 Pferde dieser Sorte im Wechsel Durango Kids Sattel aufgelegt bekamen. Die Filme waren ganz im Stil der Roy Rogers / Lash LaRue / John Wayne - Abenteuer aus "Western von Gestern". Es wurde viel geritten, viel geschossen, die Bösewichter waren richtig böse, die Opfer waren oft weiblich und hübsch und Durango Kid durfte ihnen beistehen. Dabei bekam er, obwohl steckbrieflich gesucht, nicht selten Rückendeckung des örtlichen Sheriffs, der froh für Durangos Hilfe war. Auch bei Durango Kid gab es die komischen Momente, dargeboten von den gleichen Sidekicks wie schon bei Roy Rogers, und auch hier traten bekannte Gesangstruppen, allen voran die "Sons of the Pioneers" mit mindestens zwei, drei Liedchen auf. Im gegensatz zu Roy Rogers war Charles Starrett mit seinem kantigen Gesicht und seiner sonoren Stimme allerdings kein Sänger, sondern schoss und prügelte sich lieber. Und beim Schießen hatte Durango Kid auch keine gewissensbisse - da durfte ein Bösewicht auch mal ins Gras beißen. Ich hab das Glück gehabt, insgesamt 46 von 58 Durango Kid Filmen aus den USA zu ergattern, und freu mich, denn die Filme sind remastered und wirklich toll anzuschauen, ohne nachsynchronisertem Hufgetrappel mittels Kokosnusschalen und Qurin Amper / Strittmatter - Geklimper. Bei rund 70 Minuten Spielzeit pro Film bleibt auch nicht lange Zeit für Geplänkel. Nach rund 5 Minuten krachts schon ordentlich, nach 10 Minuten taucht in der Regel der Held in Maske erstmals auf, und von da an gehts richtig rund. Irgendwie haben diese Filme einen ganz besonderen Charme, den man später nicht mehr fand. Man kann das Singen mögen oder auch nicht, aber Langeweile kommt nie auf, und unterhaltsam sind die Filme immer. Ich durfte Roy Rogers' Tochter in Amerika kennen lernen, und sie war richtig gerührt, dass auch ein Deutscher ihren Pa als seinen "King of the Cowboys" bezeichnete. Klar, Roy und der Durango Kid unterscheiden sich schon von meinen späteren Lieblingshelden, wie z.B. Jess Harper oder Bill Longley, aber sie waren eben stolze Helden, die sofort beisprangen, wenn jemand in Bedrängnis geriet, und keine Gefahr scheuten. Später ging es in den Serien dann betulicher zu (da wurde ja auch viel in Studios gedreht, was wilde Verfolgungsjagden über Stock und Stein nicht zuließ). Alle, die mal auch die Frühzeit des Western kennen und schätzen lernen wollen, sollten es getrost mal mit Roy Rogers versuchen - und jeder, der maskierte Helden wie den Lone Ranger (der ja nur in Serie gegangen war) und Zorro mag, wird auch den "Durango Kid" lieben. Die Figur des schwarz gekleideten Durango Kid tauchte sogar später in einer von Stan Lee (glaub ich) konzipierten Comic-Reihe auf, die auch hierzulande im BSV-Verlag erschienen war, zusammen mit dem berüchtigten "Rauhfell" (Rawhide...*ggg*) Kid im Wechsel. Eine sehr geheimnisvolle Gestalt der Leinwand, die es erst fünf Jahre nach ihrem erstmaligen Auftauchen zu dauerhaftem Kinoruhm brachte. Happy Trails to you... Der Lonewolf Pete In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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