Hab mir soeben die Aufzeichnung von gestern Abend angesehen. Eine Wohltat, wie Schmidt Hampelmann Pocher zurechtstutzte, allein dessen hilfloser Blick war das Einschalten wert...
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www.focus.de]
Zitat:
*** So 'ne miese, kleine Type"
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Selbstzweifel hätten ihn nie geplagt, sagte Oliver Pocher jüngst im FOCUS-Interview. Und auf die Frage, ob es Dinge gäbe, über die er sich nicht lustig machen würde, antwortete der 30-Jährige: "Wenn man es schlau anstellt, gibt es fast keine Grenzen."
Das ist falsch. Gestern musste Pocher lernen: Die Grenze heißt Harald Schmidt. Er ist der Partner von Oliver Pocher im donnerstäglichen Late-Night-Programm, und in der gestrigen Sendung hat der Partner gezeigt, dass er in Wirklichkeit doch der Chef ist. Und Pocher der Lehrling. Eine dreiviertel Stunde lang witzeln sich Schmidt und Pocher uninspiriert durch die Sendung. Rentner-Memory, Logo-Klamauk, Talkshow-Ratgeber. Freude aneinander scheinen sie an diesem Abend nicht zu haben. Das Lachen ist gequält.
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Als die norwegische Sängerin Maria Mena ihren Titel "Nevermind Me" gesungen hat, pöbelt Pocher mit Bohlen-Stimme: "Das war megaschwer. Du hast nicht jeden Ton komplett getroffen, das weißt du selber. Aber ich hoffe, die Zuschauer rufen für dich an." Maria Mena, die nichts versteht, guckt verwirrt. Pocher scheint es zu gefallen, dass nicht mehr er das dümmste Gesicht macht. "Und hier ist noch ein Geschenk für dich", sagt er und will das Döschen mit dem speziellen Sekret übergeben.
Harald Schmidt rettet die Situation. Sehr deutlich. Sehr autoritär. "Das ist aber jetzt völlig uncharmant", raunt er Pocher zu. Und wirkt ernstlich verärgert. "So ne kleine, miese Type", beginnt er seine Strafpredigt zu Pocher hin, "die, wenn sie ein F*tzensekret überreicht kriegt, so klein ist mit Hut und es dann einem ausländischen Gast so reinsemmelt, der kein Deutsch versteht. Uncool. Oliver Pocher, nächstes Mal hat er es begriffen." Der letzte Schnitt geht auf Pochers Gesicht. Selten hat einer im deutschen Komik-Fernsehen so betreten und hilflos geschaut. ***
Es wird Zeit, dass die Pocher-Jünger langsam begreifen, was für ein armseliges Licht sie da anbeten. Wer einst die Ausgabe der ARTE-Reihe "Durch die Nacht mit..." gesehen hat, wo ihn ein sichtbar genervter Moritz Bleibtreu ertragen musste, bekam dort schon vor Augen geführt, wessen Geistes Kind er ist. Wie beschrieb es ein User des "manifest"-Forums so treffend:
Zitat:
*** Au weia. Deutlicher als hier hat man ja nun selten vor Augen geführt bekommen, was der Unterschied zwischen 'nem Jungen und 'nem Mann ist. Bleibtreu, cool wie eh und je (und dem Gesichtsausdruck nach offensichtlich schon beim Besuch der Eisenbahnausstellung davon überzeugt, dass das hier noch'n gaaanz langer Abend wird), lässt Pocher mehrmals gefährlich auflaufen, und schon zeigt sich wieder, was der Kenner längst weiß: Wenn einer den Scheinwerfer mal ernsthaft auf uns Oliver richtet, kommt NÜSCHT von dem Bengel.
Der einsame Höhepunkt für mich: Die Viertelstunde im Restaurant, in der Pocher plötzlich mit Ernsthaftigkeit punkten will und sich so nur noch mehr reinreitet. Abgesehen davon, dass er im späteren Verlauf streckenweise komplett zugedröhnt rüberkommt. ***
Was in dieser Sendung besonders eklatant zu sehen war: Sobald Pocher nicht im Mittelpunkt steht oder verunsichert ist, wird er gerne beleidigend. Von Souveränität, geschweige denn menschlicher Größe, keine Spur. Weiß der Geier, was TV-Macher, Öffentlichkeit und Zuschauer an diesem "Bengel" gefressen haben.