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Politiker drohen Sat.1 mit Lizenzentzug - Erste Nachrichtensendungen offenbar schon eingestellt
Die Informationssendungen "Sat.1 am Mittag" und "Sat.1 am Abend" werden offenbar bereits an diesem Dienstag zum letzten Mal ausgestrahlt.
Nach Informationen des Branchendienstes "Kress" steht die vorzeitige Einstellung mit den am Wochenende bekannt gewordenen Einsparungsplänen zusammen (wunschliste.de berichtete). Außerdem findet am Dienstag die Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 Media AG statt, auf dem die Entscheidungen offenbar präsentiert werden sollen. Den Angaben zufolge informierte Senderchef Matthias Alberti die Mitarbeiter persönlich über die geplanten Sparmaßnahmen und das Aus der Formate bereits am frühen Nachmittag. Demnach soll die Nachrichtensendung "Sat.1 - Die Nacht" noch bis Ende August auf Sendung bleiben, die beiden anderen Formate werden dagegen ohne Gnadenfrist eingestellt. Welches Ersatzprogramm auf den Sendeplätzen um 11.00 Uhr und 17.30 Uhr ausgetrahlt wird, ist derzeit noch vollkommen offen. Die jüngsten Entwicklungen werden unterdessen auch von der Politik mit wachsender Sorge betrachtet. Der Vorsitzende der Medien- und Kulturarbeitsgruppe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Wolfgang Börnsen und der medienpolitische Berichterstatter, Reinhard Grindel sehen die Sparmaßnahmen "mit großer Sorge". Mit dem Abbau von Nachrichtensendungen bestätigten die Investoren KKR und Permira das Vorurteil, dass Fernsehen für sie reines Wirtschafts- und nicht auch Kulturgut sei. Die Politiker forderten die Landesmedienanstalten auf, zu untersuchen, ob die geplanten Maßnahmen einen Lizenzentzug mit sich ziehen könnten. Auch der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach sich gegen den drohenden Kahlschlag bei ProSiebenSat.1 aus. "Aus puren Renditeerwägungen der Eigentümer" wolle die Senderkette offensichtlich ihr komplettes Informationsangebot streichen und auf diese Weise rund 250 Arbeitsplätze im Bereich des Fernsehjournalismus vernichten. Dabei ist die Umwandlung von Sat.1 vom ehemaligen "Vollprogramm" zu einem Sparten- und Abspielsender nicht erst mit dem jüngsten Eigentümerwechsel verbunden. Bereits seit über drei Jahren verzichtet der Sender zum Beispiel auf die Produktion und Ausstrahlung einer Programmschiene für Kinder und Jugendliche. Dass die neuen Senderbetreiber allerdings den prestige- und quotenträchtigen Bereich der Nachrichten- und Informationssendungen so schnell und so radikal zusammengestreichen würden, haben wohl nur wenige Beobachter erwartet und kann getrost als Bankrotterklärung gewertet werden. 16.07.2007 - Ralf Schönfeldt / Quellen: Kress.de/Sat und Kabel In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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