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ARD-Jugendschutzbeauftragter: 'Wut' propagiert Selbstjustiz als Konfliktlösung
Fritz Pleitgen, Intendant des Westdeutschen Rundfunks, hatte sich in einem Interview in der Montagausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" über die Verschiebung des WDR-Films "Wut" (wunschliste.de berichtete) auf 29. September um 22.00 Uhr "bekümmert" und "zornig" gezeigt. Nun hat ARD-Vorsitzender Thomas Gruber eine Erklärung abgegeben. Pleitgen in der "FAZ": "Man fürchtet offensichtlich kritische Schlagzeilen. Diese Sorge hätten wir uns besser bei anderen Vorgängen machen sollen. Man fürchtet, die Jugendschutzbestimmungen zu beschädigen. Aber dies ist ein Film für junge Menschen, wie es der Hauptdarsteller und der Regisseur ausdrücklich betonen." "Wut" zeige eine Realität, wie sie vielen Kindern und Jugendlichen begegne und die viele Erwachsene nicht wahrhaben wollten. Als öffentlich-rechtlicher Rundfunk habe man die Aufgabe, auf die Wirklichkeit aufmerksam zu machen, um engagierte, kontroverse, weiterführende Diskussion auszulösen. Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber hat nun zur Sendezeitverschiebung der WDR-Produktion im Ersten eine Erklärung abgegeben: "Die ARD ist gebunden an den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag sowie an weitere ARD-weit gültige Richtlinien und Kriterien zum Jugendschutz. Das und nur das ist der Grund, weshalb die vom WDR eingebrachte Produktion 'Wut' nicht vor 22.00 Uhr im Ersten gezeigt werden kann. Müßig ist es, der ARD fragwürdige Motive für diese Entscheidung zu unterstellen. Die Einhaltung des Jugendschutzes ist kein Zeichen für mangelnde Courage, sondern die selbstverständliche Pflicht eines jeden ARD-Intendanten. Im Übrigen hat dem geänderten Programmablauf am Freitag nach Feststellung von Programmdirektor Dr. Günter Struve kein Intendant der ARD-Landesrundfunkanstalten widersprochen." Nach Ansicht der ARD-Jugendschutzbeauftragten werde in "Wut" Gewalt als Mittel der Konfliktlösung in Form von Selbstjustiz propagiert. Die Ausweglosigkeit, die der Film zeige, berge zudem die Gefahr einer sozial-ethischen Desorientierung bei jüngeren Zuschauern. Der Film könne daher frühestens um 22.00 Uhr im ARD-Gemeinschaftsprogramm gesendet werden. 26.09.2006 - Jutta Zniva/Quelle: faz.net, presseportal.de In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.
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